Mittags verkaufe ich meinen Solarstrom für 7 Cent ans Netz, abends kaufe ich ihn für 32 Cent zurück. Kleinspeicher mit 2 oder 4 kWh helfen da für ein ganzes Haus nicht weit. Anker hat mir deshalb die Solarbank MAX AC mit 14 kWh in den Keller gestellt: zwei massive LFP-Blöcke, Plug and Play laut Hersteller, bei mir auf die vollen 3.500 Watt freigeschaltet. Ich wollte wissen, was davon im Alltag übrig bleibt, wie sie mit meiner bestehenden SolarEdge-Anlage samt DC-Speicher zurechtkommt und was der Umweg über den Akku wirklich kostet.
Das Wichtigste in vier Punkten
Die Ankunft: 169 Kilo auf der Palette
Bei „Balkonkraftwerk-Speicher“ denkt man an ein Paket, das der Bote unter den Arm klemmt. Die Solarbank MAX AC kam angekündigt mit 169 Kilogramm auf einer Europalette. Plug and Play bezieht sich hier auf das Kabel, der Rest ist Gewichtheben. Alleine bewegt man da nichts, zu zweit haben wir alles in den Keller getragen und erst einmal trocken aufgebaut: zusammengesteckt, mit der App verbunden, aber noch nicht ans Netz. Die nackten Geräte wiegen zusammen 136 Kilogramm, die Kopfeinheit 73, der Erweiterungsakku 63 Kilo. Die Verarbeitung ist erste Sahne, alles Aluminium und massiv verschraubt, da merkt man, wo die Kilos herkommen.
Anker gibt 10.000 Zyklen bei 100 Prozent Entladetiefe an, bei einem Zyklus pro Tag wären das rechnerisch über 27 Jahre. Die Produktlebensdauer nennt Anker mit 15 Jahren, die Garantie mit 10 Jahren. Die Haupteinheit startet bei 7 kWh und lässt sich mit bis zu fünf Zusatzakkus auf 42 kWh pro Phase erweitern. Für Ende 2026 hat Anker einen dreiphasigen Parallelbetrieb angekündigt, voll ausgebaut wären das theoretisch 126 kWh. Ab einer gewissen Stapelhöhe muss der Turm an der Wand verschraubt werden, für unebene Böden gibt es optional eine Basisplatte. Meine zwei Bausteine stehen auch ohne stabil. Wer keinen Keller hat: Das System ist nach IP66 zertifiziert und hat eine Heizung, laut Anker läuft es bis minus 20 Grad auch im Freien.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Kapazität im Test | 14 kWh (Haupteinheit 7 kWh plus ein Erweiterungsakku) | Herstellerangabe |
| Zellchemie | LFP | Herstellerangabe |
| Gewicht | 136 kg gesamt: Kopfeinheit 73 kg, Erweiterungsakku 63 kg | Messwert (gewogen) |
| Lieferung | 169 kg auf Europalette | Angabe der Spedition |
| Lade- und Entladeleistung AC | bis 3.500 W (oft voreingestellt 3.000 W, ohne feste Installation 800 W) | Herstellerangabe |
| Notstromsteckdose | 3.680 W, Umschaltung unter 10 ms | Herstellerangabe |
| Gesamtausgang beider Ausgänge | 5.000 W (mit Erweiterungsakku) | Herstellerangabe |
| Zyklen | 10.000 bei 100 % Entladetiefe | Herstellerangabe |
| Lebensdauer / Garantie | 15 Jahre / 10 Jahre | Herstellerangabe |
| Erweiterung | bis 42 kWh pro Phase, dreiphasig bis 126 kWh (angekündigt für Ende 2026) | Herstellerangabe |
| Schutzart / Betrieb | IP66, Heizung, bis −20 °C im Freien | Herstellerangabe |
| Netzwerk | nur WLAN 2,4 GHz; RJ45-Buchsen nur für systeminterne Kommunikation | Beobachtung im Test |
Installation und das Rechtliche
Anker nennt das Konzept PluginPower 2.0. Eine Wieland-Steckdose und das passende Anschlusskabel lagen bei mir bei, sonst muss man sie optional dazu bestellen. Die beiliegende Dose war allerdings eine Unterputz-Version, für meine nackten Betonwände habe ich ein Aufputz-Gehäuse nachbestellt. Mein Elektriker hat mir eine eigene Testleitung mit 2,5 Quadratmillimetern in den Keller gelegt, mit eigenem FI-Schutzschalter nur für diesen Anschluss. Daneben sitzt eine Aufputz-Schukodose für andere Tests, und in der Abzweigdose misst ein Shelly unabhängig von der App, was wirklich rein- und rausgeht. Das ist jetzt meine feste Teststation für AC-Speicher.
Wichtig: Wer die vollen 3.500 Watt nutzen will, braucht eine fest installierte Leitung, eine Mehrfachsteckdose reicht nicht. Nach der fachgerechten Installation lässt sich die Leistung in der App freischalten, voreingestellt sind oft 3.000 Watt, das hängt von der konkreten Installation ab. Der starke Eingang ist ein echter Vorteil: Typische Dachanlagen kommen mittags auf 4.000 bis 5.000 Watt, viele kleinere Speicher sind da der Flaschenhals. Mehr als zwei Elektrikerstunden braucht man für den Anschluss nach meiner Erfahrung nicht.
Bei mir lagen außerdem die optionalen Anker SOLIX Smart Plugs Gen 2 bei. Das sind smarte 16-Ampere-Zwischenstecker, die zum Beispiel eine mobile Wallbox oder ein E-Bike-Ladegerät einschalten, sobald genug Solarüberschuss da ist.
Technik: Smart Meter, Shelly und der Pro-Modus
Entscheidend ist nicht, was die PV-Anlage gerade macht, sondern wie viel Strom das Haus gerade verlässt. Im Paket war der neue Anker SOLIX Smart Meter Gen 2 für dreiphasige Netze mit sechs Messschleifen in zwei Gruppen. CT1 kommt an den Hausanschluss und misst Bezug und Einspeisung. CT2 übernimmt wahlweise eine von zwei Aufgaben: die PV-Anlage überwachen, damit die Prognose genauer wird, oder als Überlastschutz am Stromkreis der Solarbank die Leistung drosseln, wenn die Leitung ans Limit kommt.
Eingebaut habe ich den Smart Meter trotzdem nicht. Dafür hätte wieder der Elektriker an den Zählerschrank gemusst, und ich messe ohnehin schon alles. In der App habe ich einfach meinen Shelly Pro 3EM als Messbasis hinterlegt, ohne neue Schleifen und ohne Umbau.
Jetzt zum Teil für Profis. Ich habe eine SolarEdge-Anlage mit eigenem DC-Speicher. Laufen beide Speicher einfach gleichzeitig, entlädt sich der SolarEdge-Akku ins Hausnetz, die Anker-Bank hält das für Überschuss und lädt sich damit auf. Ein Akku-Ping-Pong mit doppelten Wandlungsverlusten. Meine Lösung ist die lokale Modbus-TCP-Schnittstelle der Solarbank: Ich habe sie in Home Assistant eingebunden und mit Node-RED eine Logik gebaut, die der Anker-Bank sagt, dass sie erst laden soll, wenn der SolarEdge-Akku voll ist oder so viel Überschuss vom Dach kommt, dass er sonst ins Netz ginge. Seitdem arbeiten DC- und AC-Speicher Hand in Hand.
Wem das zu viel Bastelei ist: Ab Werk bringt Anker eine KI-Steuerung mit, „Anker Intelligence“, die laut Hersteller Wetterprognosen und dynamische Tarife wie Tibber auswertet und lädt, wenn Strom günstig oder sogar negativ ist. Dazu kommt eine Sprachassistentin namens „Anka“, mit der sich die Ladestrategie anpassen lässt, auch für die Smart Plugs.
Härtetest 1: Hausbetrieb und Wirkungsgrad
Zuerst habe ich der Solarbank meinen günstigen Nachttarif verraten. In der ersten Nacht lud sie sich brav von 8 auf 100 Prozent und brauchte dafür laut meiner Messung 15,64 kWh. Danach habe ich sie im ganz normalen Hausbetrieb wieder bis auf den Sicherheitspuffer von 8 Prozent entladen. Das Haus war dabei 6,2 Stunden lang autark, bei einer Durchschnittslast von 2,02 kW. Aus dem Akku kamen 12,50 kWh, das sind 79,9 Prozent Wirkungsgrad im echten Betrieb.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Geladen (8 → 100 %, Nachttarif) | 15,64 kWh | Messwert, Shelly |
| Entladen (100 → 8 %) | 12,50 kWh | Messwert |
| Autarke Zeit | 6,2 Stunden | Messwert |
| Durchschnittslast | 2,02 kW | Messwert |
| Wirkungsgrad | 79,9 % | berechnet (12,50 ÷ 15,64) |
| Ersparnis gegenüber Einspeisung (7 ct rein, 32 ct Bezug) | 2,91 € pro Zyklus | berechnet (12,50 kWh × 32 ct − 15,64 kWh × 7 ct) |
| Ersparnis im Winter mit Nachtladung (18 ct rein, 32 ct Bezug) | 1,19 € pro Zyklus | berechnet (4,00 € − 2,81 €) |
Härtetest 2: E-Auto über die Notstromsteckdose
Die zweite Prüfung ist die Notstrom-Demonstration. Laut Anker schaltet die integrierte USV bei einem Stromausfall in unter 10 Millisekunden um, Router, PC oder Kühlschrank laufen dann ohne Absturz weiter. Die Notstromdose allein liefert laut Hersteller 3.680 Watt, der normale AC-Anschluss bis 3.500 Watt, beide zusammen mit meinem Erweiterungsakku 5.000 Watt. Ich habe darüber mein E-Auto geladen. Dabei wird der Strom zweimal gewandelt, und jede Wandlung kostet. Hier die gemessene Kette:
| Station | Energie | Einordnung |
|---|---|---|
| In die Solarbank geladen | 15,64 kWh | Messwert, Shelly |
| Aus der Solarbank entladen | 12,8 kWh | Messwert, Zwischenstecker |
| Verlust Laden und Entladen am Speicher | 18,2 % | berechnet |
| An der Wallbox | 11,7 kWh | Messwert |
| Im Autoakku angekommen | 11,0 kWh | Anzeige Škoda-App |
| Verlust Kabel und Fahrzeug (bezogen auf den Speicherausgang) | 14,1 % | berechnet |
| Gesamtwirkungsgrad Netz bis Autoakku | 70,3 % | berechnet (11,0 ÷ 15,64) |
Was heißt das in Euro? Die 11 kWh direkt aus dem Netz für 32 Cent hätten 3,52 Euro gekostet, mit meinem Nachttarif von 18 Cent 1,98 Euro. Hätte ich die 15,64 kWh stattdessen eingespeist, hätten sie nur 1,09 Euro gebracht. Je nach Vergleichsbasis liegt die Ersparnis damit zwischen 71 Cent und 2,43 Euro pro Ladung.
| Weg | Kosten oder Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Auto direkt aus dem Netz zu 32 ct | 3,52 € | berechnet |
| Auto direkt aus dem Netz zum Nachttarif 18 ct | 1,98 € | berechnet |
| Entgangene Einspeisung der 15,64 kWh zu 7 ct | 1,09 € | berechnet |
| Ersparnis mit PV-Strom über den Speicher statt 32 ct Netzbezug | 2,43 € | berechnet (3,52 € − 1,09 €) |
| Ersparnis mit Nachtladung des Speichers zu 18 ct statt 32 ct Netzbezug | 0,71 € | berechnet (3,52 € − 2,81 €) |
Ehrlich gesagt heißt das auch: Wer das Auto ohnehin direkt zum Nachttarif laden kann, fährt damit günstiger als mit dem Umweg über den Speicher. Richtig lohnt sich die Kette, wenn Solarstrom vom Dach im Speicher landet, der sonst für 7 Cent ins Netz gegangen wäre. Dazu kommen Dinge, die sich schwer in Euro ausdrücken lassen, wie die Unabhängigkeit und das gute Gefühl, Sonnenstrom zu retten.
Mein Fazit
14 kWh liegen zum Earlybird-Preis bei rund 3.400 Euro. Anker spricht von einer Amortisation in bis zu 3 Jahren. Das halte ich für sportlich gerechnet, aber mit 7 Cent Einspeisung gegen 32 Cent Bezug rückt das Ziel in greifbare Nähe, erst recht, falls die Einspeisevergütung irgendwann ganz wegfällt. Was schwerer wiegt, muss jeder selbst entscheiden: Wie wichtig ist mir maximaler Eigenverbrauch, und was ist mir eine Notstromfunktion mit 10 Millisekunden Umschaltzeit wert?
Fest steht: Mit 3.500 Watt Ausgangsleistung laufen Waschmaschine und Geschirrspüler gleichzeitig, der Netzbezug geht deutlich zurück, und die Hardware wirkt gebaut für lange Jahre. Besonders passt die Solarbank MAX AC für Leute mit bestehender PV-Anlage, die nicht alles umbauen und die Handwerkerkosten klein halten wollen. Und wer wie ich schon einen Speicher hat, kann sie über Modbus und Home Assistant sauber in das vorhandene System einbinden.
Das ganze Video: Anker SOLIX Solarbank MAX AC: SolarEdge + Home Assistant Integration & echter Wirkungsgrad-Test
Meine Steuerung zum Nachbauen: Den Ansatz mit Home Assistant und Node-RED habe ich als kostenloses Cookbook aufgeschrieben. Wichtig: Es ist komplett mit KI erstellt, von mir nicht final geprüft und wird laufend weiterentwickelt. Nutzung auf eigenes Risiko, ohne Haftung und ohne individuelle Beratung.
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