Fast alle Heimspeicher sehen aus wie Reisekoffer: groß, schwer und meist irgendwo in der Ecke. Der SAMDUO Nex E6000 sieht anders aus. Er speichert 6 kWh in LFP-Zellen, ist AC-gekoppelt, hat den Wechselrichter eingebaut und ist nur 11,9 Zentimeter tief. Ich habe ihn Ende September eine Woche bei mir im Haus getestet, mit Zwischenzähler, Shelly Pro 3EM und Home Assistant.

Das Ergebnis in vier Sätzen
Hardware: schwer, flach und edel
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Kapazität | 6,028 kWh, LFP-Zellen | Herstellerangabe |
| Bauart | AC-gekoppelt, Wechselrichter eingebaut | Herstellerangabe |
| Tiefe und Höhe | 11,9 cm tief, 84 cm hoch | Angabe im Video |
| Gewicht | 59 kg | Angabe im Video |
| Mitgeliefert | Wandkonsole, Netzkabel mit Schuko-Stecker | Beobachtung im Test |
| Anschlüsse | Seite 1: zwei Notstromsteckdosen und Netzanschluss. Seite 2: LAN-Port, RS485-Schnittstelle, Ein/Aus-Schalter und Status-LEDs | Beobachtung im Test |
Bei 59 Kilogramm auf 84 Zentimeter Höhe muss die Wand das tragen können, Gipskarton ohne Unterkonstruktion ist keine gute Idee. Für den Test stand das Gerät deshalb aufrecht auf dem Boden, gegen Umfallen gesichert, weil bei uns Kinder im Haus sind. Flach hinlegen oder auf den Kopf stellen sollte man es nicht. Die Verarbeitung ist hochwertig, keine scharfen Kanten, nichts klappert, und im Wohnzimmer wirkt es eher wie ein Möbelstück oder ein schicker Heizkörper als wie ein Technikraum-Gerät. Ein Punkt ist mir wichtig: Laut Anleitung ist eine zusätzliche externe Erdung des Gehäuses vorgesehen, das Material dafür liegt aber nicht bei.

App, Einrichtung und Modi
Der Nex E6000 hängt nicht an den Solarmodulen, sondern am Hausnetz. Er lädt bei Überschuss oder wenn der Strom im dynamischen Tarif günstig ist, und gibt ab, wenn das Haus etwas braucht. Dafür braucht er einen Zähler. Bei mir ist das ein Shelly Pro 3EM im Zählerschrank, den die App direkt im lokalen Netzwerk gefunden hat, ohne Shelly-Cloud-Konto. Die Einrichtung war in wenigen Minuten erledigt: Gerät ins WLAN, Zähler wählen, Stromtarif hinterlegen. Meinen Octopus-Tarif mit dem günstigen Nachtfenster konnte ich direkt einbinden, von Hand anlegen wäre bei meinen zwei Tarifzonen auch gegangen, bei einem echten dynamischen Tarif eher nicht.
Zur Wahl stehen Eigenverbrauch, ein KI-Modus, ein Notstrommodus und ein Zeitplan. Im Zeitplan lassen sich neben Laden und Entladen auch Eigenverbrauch und Standby einplanen, das ist nicht überall selbstverständlich.
Die Leistungsgrenzen nicht durcheinanderwerfen
| Anschluss | Leistung | Bedingung |
|---|---|---|
| Schuko-Steckdose (Plug and Play) | maximal 800 Watt | Herstellerangabe, im Test bestätigt |
| Laden aus dem Hausnetz | bis 2.600 Watt | Herstellerangabe |
| Abgabe ins Hausnetz über 800 Watt | bis 2.600 Watt | laut Hersteller nur mit fester Installation im Zählerschrank durch eine Elektrofachkraft; im Test kurz ausprobiert, es hat funktioniert |
| Notstromsteckdosen | zusammen bis 2.600 Voltampere | nicht pro Dose, sondern für beide gemeinsam |
Wer mehr als 800 Watt ins Hausnetz geben will, muss das richtig machen lassen: Anmeldung im Marktstammdatenregister ist in beiden Fällen nötig, bei der Festinstallation meldet der Elektriker das Gerät außerdem beim Netzbetreiber an. Bitte nicht selbst machen.
Messungen: Wirkungsgrad und nutzbare Energie
Ich habe mit einem eigenen Zwischenstecker an der Steckdose in beide Richtungen gemessen und aus entnommener und eingeladener Energie gerechnet. Zwei komplette Zyklen: einmal mit 800 Watt geladen und mit einem wechselnden Haushaltsprofil entladen (mal 100, mal 500, mal 800 Watt), einmal mit 2.600 Watt geladen und stur mit 800 Watt entladen.
| Kennzahl | Wert | Einordnung | Bedingung |
|---|---|---|---|
| Wirkungsgrad, beide Zyklen | rund 83,5 % | Messwert | von Steckdose zu Steckdose; Zyklus 1: laden 800 W, Haushaltsprofil entladen; Zyklus 2: laden 2.600 W, entladen 800 W |
| Einfluss der Leistung | laut Video rechnerisch etwa 3 Prozentpunkte weniger bei 2.600 W als bei 800 W | Auswertung | wer es nicht eilig hat, fährt mit weniger Leistung etwas effizienter |
| Nutzbare Energie nach Hersteller | rund 5,4 kWh | berechnet | 6,028 kWh, entladen wird nur bis 10 % |
| An der Steckdose angekommen | 4,98 bis 5,09 kWh | Messwert | je nach Entladeleistung, nach Wandlungsverlusten und Eigenverbrauch |
| Ladezeit mit 2.600 Watt | gut 2,5 Stunden | Messwert | von 11 auf 100 % |
| Ladezeit mit 800 Watt | gut 7,5 Stunden | Messwert | volle Ladung |
| Regelung kleiner Lasten | bis hinunter auf 150 Watt | Messwert | wechselndes Haushaltsprofil |
| Leerlauf | rund 7 Watt | Messwert | |
| Eigenverbrauchsmodus | Netzbezug im 5-Minuten-Mittel plus/minus 10 Watt | Messwert | alle anderen Speicher im Haus waren abgeschaltet, auch der Speicher der PV-Anlage |
Wärme und Geräusch unter Volllast
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Lamellen an der Rückseite | bis 77,7 Grad | Messwert, Wärmebildkamera |
| Oben an der Seite | bis 59 Grad | Messwert, Wärmebildkamera |
| Pfeifen bei hoher Leistung | nur etwa fünf bis sechs Minuten | Beobachtung im Test |
| Batteriespannung | rund 19 Volt, bei 2.600 W weit über 100 Ampere | Angabe im Video |
Unter Dauervolllast wird das Gerät ziemlich heiß. Das Pfeifen kommt daher, dass die Spulen im Wechselrichter bei so hohen Strömen hörbar werden. Das ist bei Speichern mit niedriger Batteriespannung ein typischer Effekt. Man darf es mit einem Kaminofen im Wohnzimmer vergleichen: Es sieht aus wie ein Möbelstück, gehört aber außerhalb der Reichweite von Kindern montiert, und die vorgegebenen Abstände und die Belüftung sollte man einhalten.
Notstrom: was die Dosen wirklich leisten

Die zwei Steckdosen an der Seite teilen sich 2.600 Voltampere, nicht 2.600 Watt pro Dose. Solange das Netz da ist, reicht das Gerät den Netzstrom einfach durch, der Akku bleibt erst einmal unberührt. Erst wenn das Netz weg ist, übernimmt er. Dafür habe ich einen Stromausfall simuliert, indem ich den Schuko-Stecker an einer schaltbaren Steckdose ausgeschaltet habe. Der Schutzleiter blieb dabei verbunden, und das Gerät ging in den Inselbetrieb. Das ist ausdrücklich mein Testaufbau und keine Anleitung zum Nachbauen.
| Einstellung | Ergebnis | Einordnung |
|---|---|---|
| 16 Ampere, rund 3,3 Kilowatt | Gerät schaltete nach knapp einer Minute sauber ab | Messwert; so soll ein Überlastungsschutz arbeiten |
| 10 Ampere, rund 2,3 Kilowatt | Ladung lief stabil aus dem Akku | Messwert, an der Wallbox eingestellt |
Ein Auto per Notstrom zu laden ist ein kontrollierter Kapazitätstest und kein empfohlenes Alltagsszenario, denn SAMDUO nennt Wallboxen sogar ausdrücklich als Verbraucher, die die Notstromleistung überschreiten können. Es ging mir darum zu zeigen, was die Dosen leisten. Waschmaschine und Trockner gehen, solange man unter 2.600 Voltampere bleibt, am besten nicht gleichzeitig. Eine automatische Notstromversorgung für das ganze Haus ist das hier nicht.
Home Assistant: lokal und ohne Cloud
SAMDUO bietet eine offene, lokale Schnittstelle an, mit der sich das Gerät direkt im Heimnetz abfragen und steuern lässt. Die Integration für Home Assistant stammt nicht von SAMDUO, sondern von einem Entwickler aus der Community. Sie heißt „SAMDUO Local TCP Control“ und lässt sich über HACS installieren: zur Integration auf GitHub. Darüber lief meine komplette Messreihe vollautomatisch: laden, entladen, das Haushaltsprofil und sogar eine Notabschaltung für den Fall, dass es mit der Temperatur doch nicht passt. Beides gleichzeitig geht nicht, entweder die KI oder der Zeitplan des Geräts oder die Steuerung über Home Assistant. Da die Integration nicht vom Hersteller kommt, kann man sich nicht hundertprozentig darauf verlassen, dass es sie immer geben wird oder dass das nächste Firmware-Update die lokale Schnittstelle noch erreicht. Mein kostenloses Notstrom- und Home-Assistant-Cookbook gibt es hier.
Der KI-Modus mit meinem Octopus-Tarif
Der KI-Modus soll aus Wetter, PV-Prognose und Stromtarif einen Plan machen und hat nichts extra gekostet. Bei meinem Tarif ist die Aufgabe einfach: Zwischen 0 und 5 Uhr kostet die Kilowattstunde rund 0,18 Euro, den Rest des Tages 0,32 Euro. Die App zeigt diese Preise korrekt an, die Planung der KI lief aber mit einer anderen Preiskurve. Erst stimmte das günstigste Fenster gar nicht, später war es um eine Stunde verschoben, und im Ergebnis hat die KI im günstigen Nachtfenster nie nachgeladen, obwohl es wenig Sonne gab. Stattdessen hat sie den Akku bis in die günstigste Zeit hinein entladen, also genau andersherum, als es in diesem Tarif sinnvoll wäre.
Ich habe das an SAMDUO gemeldet. Die Antwort: Der Anzeigefehler ist bekannt, im Hintergrund plane die KI mit den korrekten Tarifdaten, das Planungsverhalten schaue sich das Team noch einmal genauer an. Unterm Strich hat mir der KI-Modus zum Testzeitpunkt nichts gebracht und nichts gespart, im Test hat er mich sogar Geld gekostet, deshalb habe ich ihn nach ein paar Tagen beendet. Falls sich etwas tut, melde ich es in einem Short oder im angepinnten Kommentar unter dem Video.
Vier Kritikpunkte, die ich an SAMDUO weitergegeben habe
Preise: was der Speicher kostet
| Angebot | Preis | Einordnung |
|---|---|---|
| UVP | 1.999 Euro | Herstellerangabe |
| Im SAMDUO-Shop | 1.799 Euro | Shop-Preis, kann sich ändern |
| Mit meinem Code | 1.599 Euro, Smart Meter im Wert von 129 Euro gratis dazu | 200 Euro Rabatt auf den Nex E6000, beim 2er-Bundle 300 Euro Rabatt |
| Preis pro Kilowattstunde | rund 265 Euro | berechnet im Video, mit Code-Preis |
Es gibt einfachere Speicher, die günstiger sind, aber Geräte mit vergleichbarer Notstromleistung liegen eher darüber. Die Preise können sich wieder ändern.
SAMDUO Nex E6000 (Anzeige, Partnerlink): zum Nex E6000 bei SAMDUO. Mit dem Code SAMDUODEAL91524 gibt es 200 Euro Rabatt auf den Nex E6000, 300 Euro auf das 2er-Bundle, und ein Smart Meter (Wert 129 Euro) ist gratis dabei.
Hersteller-Produktseite, auf die sich das Video bezieht: de.samduo.com.
Mein Fazit
Der SAMDUO Nex E6000 ist der erste Speicher bei mir, der nicht nach Reisekoffer aussieht: flach, sehr sauber verarbeitet und schnell eingerichtet. Die Messwerte sind solide, mit rund 83,5 % Wirkungsgrad, rund fünf kWh an der Steckdose und Notstromsteckdosen mit Leistung, die man im Alltag gebrauchen kann. Dazu kommt die offene Schnittstelle, über die ich das Gerät komplett lokal in Home Assistant einbinde. Der KI-Modus hat mich zum Testzeitpunkt nicht überzeugt, aber das ist Software, und da kann sich noch etwas tun. Im Eigenverbrauchsmodus regelt das Gerät von allein, niemand in der Familie muss etwas drücken, was bei meinen Aufbauten nicht selbstverständlich ist. Jetzt seid ihr dran: Würdet ihr so einen flachen Speicher ins Wohnzimmer, in den Flur, in den Keller oder in die Garage hängen? Schreibt es gern in die Kommentare, vor allem, wenn ihr schon einen habt.
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