Am 5. Oktober habe ich abends der Wärmepumpe den Heizauftrag gegeben – und ab da hat sich bei uns energietechnisch alles verschoben. Das Dach hatte den besten Oktober seit Inbetriebnahme, und trotzdem habe ich viermal so viel Strom gekauft wie im September. Wie das zusammenpasst, steht hier in Zahlen.
Der Monat auf einen Blick
| Kennzahl | Wert | Einordnung | Bedingung und Quelle |
|---|---|---|---|
| Hauptanlage auf dem Dach | 626 kWh | Messwert | Oktober 2026 |
| Balkonkraftwerk | 27 kWh | Messwert | im Garten |
| Dach zusammen | gut 650 kWh | berechnet | 626 plus 27 kWh; September waren es 848 kWh |
| Vergleich | bester Oktober seit Inbetriebnahme | Auswertung | knapp vor 2022, doppelt so viel wie im trüben Oktober 2025; seit Januar liegen zwei Module mehr auf dem Dach |
| Sonnenstunden | 124 Stunden, 4 pro Tag | Messwert | im September noch 5 pro Tag |
| Hausverbrauch | 1.074 kWh | Messwert | inklusive Autoladen; September 752 kWh |
| Netzbezug | 650 kWh | Messwert | viermal so viel wie im September |
| Einspeisung | 96 kWh | Messwert | Oktober 2026 |
| Autarkie | 39 % | Auswertung | im September noch 80 %; autarkster Tag war der 1. Oktober mit 1,5 kWh aus dem Netz |
| Stromrechnung | rund 144 Euro | Auswertung | inklusive Grundgebühr, abzüglich Einspeisung; September 39 Euro |
Ich runde im Video die Kilowattstunden auf volle Zahlen, damit es sich leichter erzählt. Eingeblendet sind die genauen Werte.
Das Dach: bester und schlechtester Tag
Bester Tag war der 6. Oktober mit fast neun Stunden Sonne und 37 kWh vom Dach. 25 davon gingen direkt ins Haus, neun in den Speicher und drei ins Netz. Am 9. Oktober gab es dagegen nur fünf Minuten Sonne und gerade einmal 2,5 kWh vom Dach. Das Haus brauchte an dem Tag trotzdem 26 kWh, 17 davon kamen aus dem Netz, das meiste aber über die Speicher, die sich in der Nacht davor zum günstigen Go-Preis vorbereitet hatten.
Modul des Monats und das Schornstein-Problem
| Platz | Modul | Ertrag | Standort |
|---|---|---|---|
| 1 | Jürgen | 28,35 kWh | Hauptdach |
| 2 | Karl Heinz (Modul 15) | 27,78 kWh | Hauptdach |
| 3 | Isolde (Modul 14) | 27,64 kWh | Hauptdach |
| Gruppe | Ertrag pro Modul | Einordnung |
|---|---|---|
| Hauptdach (45 Grad) | 26,3 kWh | im Herbst steht die Sonne tiefer, davon profitiert das steilere Hauptdach |
| Gaube | 25,2 kWh | im September war es noch umgekehrt |
| Balkongeländer senkrecht | 22 kWh | nach Westen einen Hauch besser als nach Süden |
| Schorni (Modul 1.1.18, Gaube) | 21,3 kWh | wieder 17 % unter seinen direkten Nachbarn, Schuld ist der Schornstein |
| Aufgestelltes Modul hinter dem Balkon | 13 kWh | steht an der Kante und bekommt bei tiefer Sonne den Schatten der anderen Module ab |
Der Leser aus dem letzten Video hat dem schwachen Gauben-Modul einen Namen gegeben: Schorni, weil der Schornstein daneben es verschattet. Der Name ist treffend und bleibt. Auch im Oktober hat Schorni nicht geglänzt.
Wohin der Strom ging
| Verbraucher | Verbrauch | Einordnung |
|---|---|---|
| Wärmepumpe | 251 kWh | zum ersten Mal seit dem Frühjahr der größte Posten, vor den Autos |
| Autos (Laden zu Hause) | 126 kWh | Messwert |
| Drei Klimaanlagen | 63 kWh | diesmal fast nur geheizt, vor allem im Schlafzimmer |
| Trockner | 38 kWh | Messwert |
| Spülmaschine | 32 kWh | Messwert |
| Entfeuchter | 21 kWh | Messwert, laut Einblendung im Video |
| Durchlauferhitzer | 20 kWh | Messwert, laut Einblendung im Video |
| Waschmaschine | 20 kWh | Messwert, laut Einblendung im Video |
| Gefrierschrank im Keller (neu gemessen) | knapp 0,8 kWh pro Tag, rund 33 Watt | Messwert seit Mitte Oktober |
NAS, Netzwerk und Kühlschrank fehlen diesmal in der Liste, weil die Matter-Messsteckdosen umgezogen sind. Ich habe nicht unendlich viele davon. Welche Messsteckdosen bei mir laufen, steht auf meiner Empfehlungsseite. Beim Trockner muss ich mich außerdem korrigieren: Gemeint waren beim letzten Mal nicht das Flusensieb, sondern die Lamellen der Wärmepumpe im Trockner. Seit die sauber sind, braucht er deutlich weniger.
Wärmepumpe: Arbeitszahl 4,4 und ein wanderndes Thermostat
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Stromverbrauch | 251 kWh | Messwert; im September 47 kWh, da lief nur Warmwasser |
| Abgegebene Wärme | 1.110 kWh | Messwert |
| Arbeitszahl | 4,4 | berechnet: 1.110 kWh Wärme geteilt durch 251 kWh Strom, bei durchschnittlich 12 Grad draußen |
| Effizienz laut Aira-App | Heizung 5,4, Warmwasser 3,5 | Anzeige der App |
Die ersten Tage liefen nicht rund. In der ersten Nacht stieg der Vorlauf auf 46 bis 49 Grad, bei gerade einmal 9 bis 10 Grad draußen – deutlich zu viel. Der Grund: Die Aira hat nur ein Thermostat für das ganze Haus, und das hing im Büro. Home Assistant senkt nachts die Heizkörper ab, die Ventile gehen zu, das Büro kühlt aus, und die Aira dreht den Vorlauf immer weiter hoch – sie heizt gegen geschlossene Ventile. Seit dem 6. Oktober folgt der Sollwert der Aira meinem Heizplan, immer ein Grad unter dem Büro. Das Thermostat selbst hat ein paar Umzüge hinter sich und liegt jetzt im Flur im Schrank. Ob das die endgültige Lösung ist, zeigt der Winter. Eine gute Nachricht für die Messfreunde: Aira-Anzeige und meine eigene Messung liegen beim Strom nur noch 4 % auseinander, im August waren es noch 15 %.
Die Speicher: Nachtstrom statt Sonne
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Aus den Speichern ins Haus | rund 510 kWh | knapp die Hälfte der 1.074 kWh Hausverbrauch |
| Davon nachts aus dem Netz geladen | rund 330 kWh | im günstigen Go-Fenster |
| LG-Speicher im Keller | 94 % (nur Akku), rund 86 % mit Wechselrichter | Angabe im Video; 86 % ist der faire Vergleich, Wechselstrom rein und wieder raus |
| LG-Gesundheitszustand | 89 % | Angabe im Video, einen Prozentpunkt gesunken |
| Anker | rund 76 % | Angabe im Video; hat weniger Leistung, und mit mehr Leistung steigt der Wirkungsgrad |
| EcoFlow STREAM 5000 plus AC 5000 im Keller | zusammen rund 60 % | Angabe im Video; über zwei Wege nachgerechnet, läuft mit sehr geringer Ausgangsleistung |
| Verluste insgesamt | rund 133 kWh | Auswertung; bei der Wandlung, ähnlich wie im September |
Trotz des Nachtladens reicht es abends nicht mehr: Seit etwa dem 21. Oktober sind LG und Anker um acht Uhr abends leer, und bis Mitternacht kommen 6 bis 9 kWh aus dem Netz zum vollen Preis von 32 Cent. Die Heizung frisst diesen Puffer. Ich habe das mit Claude analysiert und passe es jetzt in Home Assistant und Node-RED an, damit nachts mehr eingelagert wird. Beim Balkonkraftwerk im Keller gab es einen Wechsel: Die Zendure ist am 9. Oktober beim Umzug zu meinem Bruder aus der Steuerung geflogen, seit dem 15. Oktober läuft dort die EcoFlow STREAM 5000. Mehr zum STREAM 5000 gibt es im November in einem eigenen Testvideo. Der SAMDUO Nex E6000 ist wieder ausgezogen, der Test ist schon online.
Die Autos: der MG4 ist zurück
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Geladen zu Hause gesamt | 126 kWh | davon grün nur 22 kWh |
| MG4 | 72 kWh | komplett nachts und in den smarten Octopus-Fenstern, günstig, aber aus dem Netz; zurück seit dem 20. Oktober |
| Enyaq | 54 kWh | gut die Hälfte von der Sonne |
| Enyaq: Kosten für 285 km | knapp 7 Euro, 2,42 Euro auf 100 km | Angabe im Video |
| Hungrigster Tag (22. Oktober) | 79 kWh aus dem Netz | der MG4 lud bis in den Mittag 34 kWh |
Finanzen: 39 Prozent Autarkie, und trotzdem gespart
Ich habe im Oktober 650 kWh aus dem Netz bezogen, viermal so viel wie im September, und nur noch 96 kWh eingespeist. Die Autarkie liegt damit bei 39 %, nach 80 % im September. Das klingt dramatisch, ist aber nur die halbe Wahrheit: 82 % des Netzstroms habe ich zum günstigen Go-Preis gekauft, vor allem nachts für die Speicher und die Autos.
| Posten | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Direkt genutzter Solarstrom | rund 66 Euro wert | Auswertung |
| Von den Speichern gerettet | rund 56 Euro | Auswertung, Verluste bereits abgezogen |
| Einspeisung | knapp 7 Euro | Auswertung |
| Go-Tarif gegenüber Festpreis | 28 Euro günstiger | Auswertung, mit Tarifdaten vom Januar; im September waren es nur 2,35 Euro |
| Stromrechnung | rund 144 Euro | inklusive Grundgebühr, abzüglich Einspeisung; September 39 Euro |
Genau wenn die Sonne am wenigsten hilft, spielt der Tarif seine Stärke aus. Der autarkste Tag war der 1. Oktober mit nur 1,5 kWh aus dem Netz – da lief die Heizung aber auch noch nicht.
Bürokratie: eine gute Nachricht und viel Papierkram
| Thema | Stand | Einordnung |
|---|---|---|
| Einspeiseabrechnung 2025 | 2.623 kWh zu 7,03 Cent, das sind 219 Euro | nach gut zehn Monaten Warten da; davon bekomme ich noch 49 Euro, Abschläge sind schon geflossen |
| Hinterlegte Anlagengröße | noch 9,5 kWp | die im Januar gemeldete Erweiterung kommt erst in der Abrechnung für 2026; für 2026 gab es bisher keine Abschläge, die werden nachbezahlt |
| Paragraf 14a | Frist bis 6. November gesetzt | Stadtwerke bestätigten im Mai, Wallbox und Wärmepumpe seien an Octopus gemeldet; Octopus sagt, nichts sei angekommen |
| Modul 3 (zeitvariable Netzentgelte) | geht derzeit nicht | der Messstellenbetreiber verbaut die nötigen Steuerboxen noch nicht |
Die Einspeiseabrechnung ging am Ende an einem einzigen Tag durch, nachdem ich mehrmals nachgehakt und Fotos vom Zähler geschickt hatte. Beim § 14a sind es seit der Anmeldung im Januar fast zehn Monate ohne einen Cent Rabatt. Meinen Anker-Speicher habe ich nach Rücksprache mit dem Elektriker selbst im Portal der Stadtwerke angemeldet – ein mühsames Formular, bei dem man alle Altanlagen noch einmal eingeben muss. Prompt kam die Rückmeldung, die Daten seien unplausibel, weil die zwei im Januar nachgemeldeten Module immer noch nicht erfasst sind. Das sind meine Erfahrungen mit meinem Netzbetreiber, keine Rechtsauskunft.
Unterstützt von WOLFBOX: der MF200 Pro
Bei uns liegt überall Staub: hinter dem Sofa, auf dem Regal und unter der Heizung die Frühstückskrümel. Da kommt weder der Staubsauger noch der Saugroboter hin. Der WOLFBOX MF200 Pro, der mir zur Verfügung gestellt wurde, pustet das mit einem gleichmäßigen Luftstrom heraus – laut Hersteller bis zu 87,5 Meter pro Sekunde, über ein Drehrad stufenlos von 1 bis 100 regelbar. Dazu gibt es vier Aufsätze und eine eingebaute LED, die unter dem dunklen Heizkörper hilft. Ich habe drei Dinge ausprobiert: Krümel unter dem Heizkörper, Staub auf dem Druckbett des 3D-Druckers und am Auto den Regenablauf am Ladeport sowie Laub auf der Motorhaube. Auch die Lamellen der Wärmepumpe im Trockner lassen sich damit auspusten.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Luftstrom | bis zu 87,5 m/s, stufenlos 1 bis 100 | Herstellerangabe |
| Aufsätze | vier | einer ist montiert |
| Akku | Wechselakku bis zu 200 Minuten, laden per USB-C | Herstellerangabe |
| Gedacht für | trockenen Staub und lose Krümel | Nasses oder Verklumptes kann liegen bleiben |
Für den Alltag ist der MF200 Pro ein praktischer Helfer, auch wegen der eingebauten Beleuchtung. Bei WOLFBOX startet am 16. November der Black Friday Sale mit laut Hersteller bis zu 38 % Rabatt. Die Links mit meinen Codes stehen oben im Kasten und in der Videobeschreibung.
Termin: Am Samstag, 21. November 2026, bin ich beim Smart Living Forum in Solingen, im Alten Bahnhof. Der Eintritt ist frei. Wer über Speicher, Wärmepumpe, Home Assistant oder E-Autos reden will, kann gern vorbeikommen.
Was bleibt vom Oktober?
Der Oktober war der Monat, in dem die Heizung das Kommando übernommen hat. Die Solaranlage hatte ihren besten Oktober, aber gegen 251 kWh für die Wärmepumpe kam die Herbstsonne nicht an. So verschiebt sich das Spiel weg vom Sonnenstrom und hin zum günstigen Nachtstrom. Das kostet Verluste in den Speichern, aber der Tarif spart trotzdem am meisten, wenn die Sonne am wenigsten hilft. Jetzt zu euch: Wann habt ihr eure Heizung angemacht? Und wer eine Wärmepumpe hat: Wie viel Strom hat sie im Oktober gebraucht – gern mit Wohnfläche, dann kann man besser vergleichen. Schreibt es in die Kommentare.
Das ganze Video: Energieupdate Oktober: Bester Sonnen-Oktober – und trotzdem 4× so viel Strom gekauft
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