Manuels Bruder zahlt rund 25,7 Cent pro Kilowattstunde und bekommt für eingespeisten Überschuss nur 7,8 Cent – und sein Hausspeicher ist mittags voll. Jede weitere Sonnenstunde landet also fast geschenkt im Netz. Die Idee im Video: ein zweiter Speicher an der Steckdose, der SolarFlow 2400 AC+ mit dem Zusatzakku AB3000L von Zendure, getestet am Haus des Bruders.
Die Idee: ein zweiter Speicher an der Steckdose
Der Ausgangspunkt ist ein Rechenproblem, das viele mit Photovoltaik kennen: Kaufen kostet deutlich mehr, als Einspeisen bringt. Bei Manuels Bruder sind das rund 25,7 Cent Bezug gegen 7,8 Cent Einspeisevergütung, also etwa 18 Cent Verlust pro Kilowattstunde, die ungenutzt ins Netz geht. Sein bestehender Hausspeicher ist mittags voll, danach fehlt Platz. Statt die Anlage umzubauen, kommt ein zweiter Speicher dazu: der SolarFlow 2400 AC+ mit dem Zusatzakku AB3000L. Er hängt am Hausnetz statt an den Modulen, lässt sich laut Zendure ohne Werkzeug und ohne Elektriker um den Zusatzakku erweitern und arbeitet mit bis zu 2.400 Watt, ohne Eingriff in die bestehende Anlage.

Aufbau, Steckdose und Anmeldung
Der AB3000L wird aufgestellt und mit dem SolarFlow 2400 AC+ verbunden. Über die Schuko-Steckdose gilt die bekannte Grenze von 800 Watt für den Plug-and-Play-Betrieb. Wer ein steckerfertiges Speichersystem betreibt, meldet es im Marktstammdatenregister an; das gehört zum ehrlichen Aufbau dazu und ist im Video ein eigenes Kapitel. Spannend wird es, wenn zwei Speicher im selben Haus arbeiten: Beide reagieren auf dieselben Messwerte, und man muss aufpassen, dass sie sich nicht gegenseitig laden und entladen – im Video das „Akku-Pingpong“.

Lokale Steuerung: Smart Meter, ZENKI und Home Assistant
Zendure liefert einen eigenen Smart Meter mit und bietet den KI-Modus ZENKI, der aus Tarif und Verbrauch einen Plan machen soll. Wichtiger für unsere Leser ist die offene, lokale Schnittstelle: Das System lässt sich im Heimnetz abfragen und steuern, bei Manuels Bruder über einen Raspberry Pi mit Home Assistant. Auf dem Dashboard ist live zu sehen, wie der zweite Speicher einspringt. Manuels kostenloses Notstrom- und Home-Assistant-Cookbook gibt es hier.
Notstrom mit einstellbarer Reserve
Der SolarFlow 2400 AC+ hat eine Notstromsteckdose mit einstellbarer Reserve: Man legt fest, wie viel Ladung für den Stromausfall zurückgehalten wird, der Rest steht für den Eigenverbrauch bereit. Das ist ein Kompromiss zwischen „immer etwas in der Hinterhand“ und „jede Kilowattstunde nutzen“. Eine automatische Notstromversorgung für das ganze Haus ist ein steckerfertiger Speicher damit nicht, aber die Reserve für einzelne Verbraucher lässt sich sauber einstellen.
Die Messungen: Wirkungsgrad und was am Ende ankommt
Manuel misst den Round-Trip-Wirkungsgrad von Steckdose zu Steckdose, rechnet aus eingeladener und wieder entnommener Energie und schaut sich den Eigenverbrauch des Zusatzspeichers an. Die zentrale Frage „Lohnt sich das?“ beantwortet er mit den Zahlen vom 30. September. Grundlage der Wirtschaftlichkeit ist die Differenz oben: Jede Kilowattstunde, die der zweite Speicher abends statt mittags aus dem eigenen Dach nutzt, spart die rund 18 Cent zwischen Bezug und Einspeisung – abzüglich der Wandlungsverluste, die genau der gemessene Wirkungsgrad beziffert.
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| Nutzbare Kapazität (SolarFlow 2400 AC+ mit AB3000L) | 5,28 kWh |
| Lade- und Entladeleistung | bis 2.400 W, an der Schuko-Steckdose auf 800 W begrenzt |
| An diesem Tag eingeladener Überschuss | 1,42 kWh |
| Round-Trip-Wirkungsgrad | rund 81 % (separat an einem Shelly gemessen) |
| Daraus nachts nutzbar entnommen | rund 1,16 kWh |
| Ersparnis je Kilowattstunde | rund 18 Cent (25,7 Cent Bezug − 7,8 Cent Einspeisung) |
| Eigenverbrauch des Speichers | 0 W bei leerem, rund 7 W im Mittel bei vollem Akku |
| Netzbezug des ganzen Hauses an diesem Tag | 2,12 kWh |
Manuel rechnet bewusst vorsichtig: Der Tageszähler zeigte für die Nacht zwar 1,8 kWh Abgabe, doch ein Teil davon war Restladung vom Vortag. Deshalb legt er nur die an diesem Tag wirklich eingeladenen 1,42 kWh zugrunde. Weil sich das Gerät bei vollem Akku mit rund 7 Watt praktisch schlafen legt, bleiben die rund 18 Cent Ersparnis je Kilowattstunde auch nach Abzug des Eigenverbrauchs stehen. Das war ein trüber Tag Ende September – im Sommer kann der Zusatzspeicher mit bis zu 2.400 Watt deutlich mehr aufnehmen, bis hin zu seinen vollen 5,28 kWh. Diese Sommerzahlen hat Manuel im Video aber ausdrücklich nicht hochgerechnet.

Mein Fazit
Der AB3000L ist die unkomplizierte Antwort auf ein Mittags-Problem: mehr Speicher, ohne die Anlage anzufassen, mit lokaler Steuerung und einstellbarer Notstromreserve. Ob sich die Erweiterung rechnet, hängt am Preis des Zusatzakkus und am gemessenen Wirkungsgrad – beides entscheidet, wie schnell die eingesparten rund 18 Cent pro Kilowattstunde die Anschaffung wieder hereinholen.
Das ganze Video: Mehr Speicher für meinen Bruder – hat sich der AB3000L gelohnt?
Kurz als Short: Zweiter Speicher ohne Elektriker? Zendure AB3000L
Passt dazu: Zendure SolarFlow 2400 AC+ im Test – das Grundgerät, das der AB3000L erweitert.
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