Bei Speichern wird viel behauptet und wenig nachgerechnet. Der EcoFlow STREAM AC 5000 ist ein reiner Wechselstrom-Speicher zum Nachrüsten: 5 kWh, 44 Kilo schwer, ohne Eingriff in die bestehende PV-Anlage. Ich habe ihn sechs Tage mit einem eigenen Messgerät vermessen und vier Fragen gestellt, die ich mir auch vor einem Kauf stellen würde.
Die vier Fragen
Das Gerät in Kürze
Reiner Wechselstromspeicher, 5 kWh (gemessene Nennkapazität 5,024 kWh), 44,6 Kilogramm, etwa 49 mal 30 mal 29 Zentimeter, IP65. Er hat keine Anschlüsse für Solarmodule, hängt am Hausnetz und arbeitet in beide Richtungen. Dazu kommt ein Notstromausgang als normale Schuko-Dose am Gerät mit 2.500 Watt, mit Zusatzbatterie 3.000 Watt. Erweitert wird huckepack und ohne Kabel: Mit zwei Zusatzbatterien sind es 15 kWh. Laut Datenblatt sind es Lithium-Eisenphosphat-Zellen mit 10.000 Zyklen bis 80 Prozent Restkapazität und zehn Jahren Garantie.


Der Messaufbau
Ich habe sechs Tage lang gemessen, mit sieben Ladungen und acht Entladungen, automatisiert mit einem bidirektionalen Shelly in der Zuleitung und nicht mit den Zahlen aus der App. Die Gegenprobe über die geräteeigenen Werte lag bei zwei Watt Unterschied. Den Speicher habe ich dafür nicht in mein bestehendes System eingebunden, sondern für sich laufen lassen, nur so bekomme ich definierte Leistungsstufen. Dafür musste ich den Smart Meter aus der App entfernen, denn ohne Zähler setzt das Gerät den vorgegebenen Leistungswert stur um. Bei eingestellten 800 Watt kamen dann 789 Watt heraus. An der Notstromsteckdose hing während der Messung nichts.
Wirkungsgrad: Leistung entscheidet
Laden: Die Leistung ist egal. Bei 1.214 und bei 2.560 Watt nahm der Speicher 5,862 und 5,969 kWh auf, bei weiteren Ladungen zwischen 5,92 und 5,97 kWh.
Entladen: Bei 790 Watt kamen im Schnitt 4,573 kWh wieder heraus, ein Round-Trip-Wirkungsgrad von 77,1 Prozent. Bei 296 Watt waren es 4,066 kWh, nur 68,6 Prozent. Ein unruhiges Lastprofil mit wechselnden Werten ergab 75,8 Prozent. Beide Messungen habe ich zweimal gemacht, ohne nennenswerte Streuung.
Der Standby-Verbrauch der Elektronik liegt bei 8 Watt, das erklärt bei 14 Stunden Entladung mit 296 Watt nur rund 63 Wattstunden. Die tatsächliche Differenz liegt bei 500. Den Rest sind lastabhängige Wandlerverluste: Ein Wechselrichter arbeitet bei kleiner Ausgangsleistung schlechter. Das ist kein Defekt und gilt nicht nur für EcoFlow, wird aber selten gemessen. Wer einen Speicher kauft, um eine nächtliche Grundlast abzufangen, sollte deshalb mit knapp 69 Prozent rechnen, wer größere Verbraucher stützt oder wie ich eine kräftige Grundlast hat, mit bis zu 77 Prozent. Meine Nachtgrundlast liegt bei 500 bis 700 Watt, in einem normalen Haushalt sind es eher 100 bis 300 Watt. Dort verliert ein Speicher rund ein Drittel seiner nutzbaren Kapazität. Das ist keine Kritik am Gerät, sondern eine Rechnung, die man bei jedem Speicher vor dem Kauf aufmachen sollte.
Betriebsarten, Tarif und Zähler
Die 800-Watt-Grenze und die Notstromdose
Das Gerät könnte laut Hersteller 2.500 Watt ins Hausnetz abgeben, ab Werk sind es aber 800 Watt, fest eingestellt wegen der gesetzlichen Bestimmung. Ich habe maximal 790 Watt gemessen. Für mehr muss ein Fachinstallateur die Hausverkabelung prüfen, und man unterschreibt einen Antrag. Das ist aufwendig, aber nicht jede Verkabelung ist gleich. In der Werbung stehen 2.500 Watt, Plug-and-Play nutzbar sind zunächst nur 800. An der Notstromsteckdose liegt dagegen die volle Leistung an, ganz ohne Antrag. Dort habe ich Trockner und Waschmaschine betrieben, das lief problemlos. Mit 1.200 Watt würde die Waschmaschine bei den älteren Geräten schon aussteigen. Den Notstrombetrieb habe ich nur kurz ausprobiert und nicht systematisch vermessen, und eine Entladung über 800 Watt konnte ich nicht messen.
Home Assistant und die Cloud
Für die Steuerung in Home Assistant habe ich eine Integration eines einzelnen Entwicklers genutzt (shuette42 auf GitHub) und dort etwas mitgeholfen. Sie stammt nicht von EcoFlow. Bei EcoFlow selbst gibt es keine lokale Schnittstelle: Daten und Steuerung laufen über die Server von EcoFlow. Ohne Internet arbeitet der Speicher in seinem letzten Modus weiter, kann aber nicht mehr mit dem Shelly kommunizieren, und die Steuerung fällt aus. Für die meisten ist das kein Thema, für wen zu Hause über Home Assistant steuert, ist es ein echter Unterschied. Ein Modbus-Zugang wäre ein Upgrade, beides sind Softwarepunkte, die EcoFlow einfach zulassen könnte.
Was ich nicht getestet habe
Ich habe die Betriebsarten im Alltag nicht erprobt, den Notstrombetrieb nicht systematisch vermessen, keine Entladung über 800 Watt gemessen und keinen Langzeittest gemacht. Schreibt mir, ob ich einen Langzeittest ohne die anderen Speicher machen soll, und ob ich die Notstromsteckdose genauer vermessen soll.
Mein Fazit
Der AC 5000 ist ein solider Speicher, und ich finde nicht unwichtig, dass er hübsch aussieht. Mit der richtigen Leistung bekommt man einen guten Wirkungsgrad, für einen reinen Wechselstromspeicher mit doppelter Wandlung sind das ehrliche Werte. Man sollte nur wissen, welche der beiden Zahlen für den eigenen Fall gilt. Der eigentliche Test ist bei mir immer derselbe: Funktioniert er auch ohne mich? Das Gerät hat sechs Tage lang durchgearbeitet, ohne dass jemand in der Familie gemerkt hätte, dass im Keller eine Messreihe läuft. Zum Schluss eine Frage: Wie hoch ist eure nächtliche Grundlast? Abends um zehn den Zählerstand notieren, morgens um acht noch einmal, die Differenz durch zehn teilen und mir in die Kommentare schreiben.
Das ganze Video: EcoFlow STREAM AC 5000 Test: 5 kWh nachrüsten – und was am Ende wirklich übrig bleibt
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