Der Zendure SolarFlow 2400 AC+ sieht fast genauso aus wie der Pro, hat aber keinen einzigen Solar-Eingang. Das ist kein Sparen, sondern Absicht: Der AC+ ist die Plug-and-Play-Nachrüstlösung für alle, die schon eine PV-Anlage haben und ihren Überschuss speichern wollen, ohne den Keller aufzureißen. Wirkungsgrad, Standby und die Arbitrage-Rechnung habe ich selbst nachgemessen.
Das Ergebnis in vier Sätzen
Pro oder AC+: warum es dieses Gerät gibt
Der Pro ist die Lösung für alle ohne PV-Anlage: Er hat vier MPPT-Eingänge, an die man die Module direkt anschließt. Der AC+ dreht das um. Er hat genau null Solareingänge, keinen einzigen MC4-Stecker – und das ist Absicht. Der Strom kommt hier nicht von den Modulen, sondern aus der Steckdose. Das Gerät ist ein bidirektionales AC-System: Es lädt aus dem Netz und speist auch wieder zurück. Für Leute wie Manuel, die schon eine Anlage auf dem Dach haben, ist das die kosteneffiziente Nachrüstlösung, ohne Elektriker und ohne Umbau.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Kapazität | 2,4 kWh, LFP-Zellen, erweiterbar | Herstellerangabe |
| Bauart | bidirektionales AC-System, kein Solar-Eingang (kein MPPT, kein MC4) | Herstellerangabe |
| Laden aus dem Netz | bis 2.400 Watt | Herstellerangabe, im Test bestätigt |
| Smart-Meter-Anschluss | RS485-Port für den Zendure Smart Meter 3CT (kein LAN/Ethernet) | Angabe im Video |
| Notstrom | eine Notstromsteckdose direkt am Gerät | Beobachtung im Test |
| Sicherheit | Dual-BMS plus Aerosol-Feuerlöschsystem, löst bei ca. 170 °C aus | Herstellerangabe |
Eine Richtigstellung zum Pro-Video: Der RJ45-Port ist kein LAN-Anschluss. Er spricht kein Ethernet, sondern RS485, und verbindet den Speicher per Kabel direkt mit dem Zendure Smart Meter 3CT (bzw. den kommenden 3CTS/1CTS). Wer komplett funkfrei fahren will, hat damit die stabilste Lösung.
Shelly statt Zwangs-Smartmeter
Statt einen Hersteller-Zähler zu kaufen und vom Elektriker einbauen zu lassen, hat Manuel einfach seinen vorhandenen Shelly Pro 3M in der Zendure-App ausgewählt. Kein Kabel, kein Umbau, kein Elektriker. Wichtig: Der Shelly wird nicht exklusiv gekapert, sondern der SolarFlow liest kooperativ mit – Home Assistant und andere Dienste können weiter auf dieselben Daten zugreifen. Das spart locker 100 Euro Hardware plus Elektrikereinsatz. Wer schon smart ist, wird hier nicht bestraft, sondern belohnt.
Home Assistant: die offizielle Integration
Beim Pro lief die Anbindung über MQTT. Beim AC+ hat Manuel die offizielle Zendure-Integration genommen – deutlich einfacher als das Werkeln mit dem MQTT-Explorer. Installieren, Gerät wird erkannt, und man bekommt eine Flut an Entitäten: Ladestand, Lade- und Entladeleistung, Netzleistung, Temperatur und kumulierte Energiezähler. Man kann nicht nur zuschauen, sondern auch steuern – AC-Eingangslimit, Ausgangslimit, Zielladestand und minimaler Ladestand lassen sich aus Home Assistant setzen. Ein Detail, das gefällt: Die Rückspeisung („Energy Export“) steht ab Werk auf verboten. Das Gerät speist nicht wild los, man muss die Einspeisung bewusst freigeben.
Die Leistungsgrenzen nicht verwechseln
Auf dem Datenblatt stehen 2.400 Watt, in der Home-Assistant-Integration beim Wechselrichter aber maximal 800 Watt. Beides stimmt – man muss nur wissen, wofür.
| Pfad | Leistung | Bedingung |
|---|---|---|
| Einspeisung ins Hausnetz über Schuko | 800 Watt | die Grenze an der normalen Steckdose; ab Werk so eingestellt |
| Laden aus dem Netz | bis 2.400 Watt | im Test bestätigt, sauber gehalten bis zur Ladeendphase |
| Einspeisung über 800 Watt | bis 2.400 Watt | nur mit eigenem, ausgelegtem Stromkreis, passender Absicherung und Installation durch eine Elektrofachkraft |
| Notstromsteckdose am Gerät | mehr als 800 Watt möglich | Inselbetrieb; hier gilt die 800-Watt-Grenze des Hausnetzes nicht |
Anmeldung in Deutschland
Sobald ein Akku im Spiel ist, gilt so ein Gerät rechtlich nicht mehr als einfaches Steckersolargerät. Formal ist man dann eine Kleinerzeugungsanlage mit Anmeldung beim Netzbetreiber, und oft will der vorher den Zähler getauscht haben. Technisch bleibt das Ding Plug and Play, das Drumherum auf dem Papier ist in Deutschland aber eine andere Geschichte. Manuel verweist dafür ausdrücklich auf das Regelwerk-Video des Akkudoktors, das die Anmeldung sauber aufdröselt.
Messungen: Wirkungsgrad und Standby
Gemessen hat Manuel das ganze Wochenende mit dem Shelly, automatisiert über Home Assistant: Speicher voll laden, eine Stunde ruhen lassen, dann mit einem zufällig wechselnden Lastprofil wieder leerziehen – damit es nicht wie eine künstliche Laborkurve aussieht.
| Kennzahl | Wert | Einordnung | Bedingung |
|---|---|---|---|
| Wirkungsgrad bei voller Ladeleistung | 85,4 % | Messwert | rein 2,63 kWh, raus 2,24 kWh |
| Wirkungsgrad bei 800 Watt laden | 81,5 % | Messwert | rein 2,67 kWh, raus 2,17 kWh – langsames Laden schneidet schlechter ab |
| Standby bei leerem Akku | 0 Watt | Messwert | über 5 Stunden am Zähler |
| Standby im Mittel | knapp 7 Watt | Messwert | über mehr als zwei Tage; voll holt sich das Gerät etwa alle 9 Stunden einen kurzen Erhaltungsschub |
| Zum Vergleich: SolarFlow 2400 Pro | dauerhaft 34 Watt Standby | Messwert | aus dem Pro-Test |
Das Kontraintuitive: Langsames Laden mit 800 Watt ist schlechter, nicht besser. Je länger der Ladevorgang dauert, desto länger läuft auch die Elektronik mit Wechselrichter und BMS mit und nuckelt am Grundverbrauch. Beim Standby hängt der AC+ den Pro dagegen klar ab – diese Erkenntnisse stehen in keinem Datenblatt.
Energie-Arbitrage ehrlich gerechnet
Billig laden, teuer nutzen – das klingt nach großem Sparpotenzial, und Zendure wirbt mit „hunderten Euro pro Jahr“. Manuel lässt das nicht unkommentiert: In jede Rechnung gehören die Wandlungsverluste.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Preis-Spread | 18 Cent laden nachts, 32 Cent abends nutzen | Beispiel im Video, eigener Tarif |
| Realer Vorteil nach Verlusten | rund 9 bis 10 Cent je gespeicherter kWh | berechnet, bei rund 85 % Wirkungsgrad |
| Bei einem Zyklus pro Tag | grob 18 bis 20 Cent am Tag (gut 2 kWh nutzbar) | berechnet |
| Übers Jahr | niedriger dreistelliger Bereich | berechnet; nur, wenn täglich saubere Spreads laufen |
Hunderte Euro sind also nicht aus der Luft gegriffen, setzen aber voraus, dass der Speicher wirklich jeden Tag ein paar saubere Spreads fährt. Zendure bietet dafür einen eigenen dynamischen Tarif und eine KI-Optimierung an; Manuel selbst fährt das über seinen Octopus-Tarif und sein eigenes Energiemanagement.
Pro oder AC+: die Entscheidungshilfe
Mein Fazit
Der SolarFlow 2400 AC+ ist der konsequent zu Ende gedachte Zwilling des Pro: gleiche 2,4 kWh, gleicher kleiner „Feuerwehrmann“ an Bord, aber ohne Solareingänge und mit dem deutlich besseren Standby. 85,4 % Wirkungsgrad bei voller Ladeleistung sind solide, die 0 bis 7 Watt im Ruhezustand sind klasse. Das stärkste Argument bleibt aber die Offenheit des Ökosystems: Shelly statt Zwangshardware, MQTT und eine offizielle Home-Assistant-Integration. Wer schon eine Dachanlage hat, bekommt hier eine ehrliche Nachrüstlösung. Wie haltet ihr es – lasst ihr eine KI euer Geld verwalten oder seid ihr Kontrollfreaks mit eigenem Energiemanagement? Schreibt es gern in die Kommentare.
Das ganze Video: Zendure SolarFlow 2400 AC+ – Besser als der Pro? Mein ehrlicher Test
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