MG4 Urban im Familientest: mehr Auto fürs gleiche Geld?

Video: MG4 Urban nach zwei Wochen: Mehr Auto fürs gleiche Geld?

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Anzeige: Das Video wird von EVDANCE unterstützt, die mir ihre mobile 11-kW-Wallbox zum Test geschickt haben. Den MG4 Urban hatte ich zwei Wochen als Pressewagen von MG. Vorgaben zum Inhalt gab es von keiner Seite.

Vor knapp vier Jahren habe ich mir einen MG4 gekauft, damals noch mit Umweltbonus, und wir fahren ihn bis heute jeden Tag. Jetzt stand zwei Wochen der neue MG4 Urban in der Einfahrt, der neue Einstieg bei MG. Die Frage: Was bekomme ich heute für das Geld, das ich damals bezahlt habe?

Die Antwort in drei Sätzen

Was geblieben istAls Familienauto ist der Urban klar der bessere MG4: fast 200 Liter mehr Kofferraum bei praktisch gleicher Länge, echte Klimatasten und ein deutlich flotteres Infotainment.
Was fehltRegensensor, Brillenfach, Spiegelbeleuchtung für den Beifahrer und der Frunk. Dazu eine Klimaautomatik, die zu kalt und zugig regelt, und ein Tempowarner, den man nur im Stand abschalten kann.
Die LadezahlAm Schnelllader sah ich 59 kW in der Spitze und im Schnitt 52 kW. MG nennt 87 kW. Beide MG4-Generationen sind eher Autos für die Steckdose zu Hause als für die Autobahn.

Der Testwagen in Zahlen

MG4 Urban Premium: Herstellerangaben und Preise
Kennzahl Wert Einordnung
Ausführung Premium, Frontantrieb Testwagen
Akku 54 kWh, Lithium-Eisenphosphat Herstellerangabe
Leistung 118 kW (160 PS) Herstellerangabe
Reichweite nach WLTP 405 km Herstellerangabe
Verbrauch nach WLTP 15,5 kWh auf 100 km Herstellerangabe
Preis Premium 31.490 Euro (ohne Überführung, ohne Förderung) Herstellerangabe
Einstiegspreis ab 24.990 Euro mit kleinem Akku Herstellerangabe
Länge und Wendekreis 4,4 m lang, Wendekreis 10,5 m Herstellerangabe, im Hof ohne Zurücksetzen gefahren
Zuladung 375 kg (1.595 kg leer, 1.970 kg zulässig) berechnet, 75 kg Fahrer sind im Leergewicht bereits enthalten

Damals und heute: gleiches Geld?

Mein MG4 Standard von 2022 kostete laut Auftragsbestätigung rund 32.000 Euro, ohne Förderung gerechnet. Den Urban in der Premium-Linie gibt es heute für 31.490 Euro, also gut 500 Euro weniger für die bessere Ausstattung. Der Vergleich hinkt aus zwei Gründen, und das gehört dazu: Meiner ist die Basisausstattung von 2022 mit Heckantrieb und aufwendiger Hinterachse, der Urban ist die Premium-Linie von 2026 mit Frontantrieb und einfacher Achse. Der MG4 in meiner Ausführung ist übrigens nicht ausgelaufen, er kostet heute knapp 43.000 Euro. Und der Vergleich ist aus dem Alltagsgedächtnis entstanden, nicht vom Maßband, weil mein MG4 gerade bei meiner Schwester im Einsatz war.

Ein Tagesangebot, ohne Gewähr: Während des Tests habe ich einen Urban als Neuwagen für 17.990 Euro gesehen, mit maximaler Förderung wären es knapp 12.000 Euro gewesen. Laut Videobeschreibung galt das Angebot für den Urban Active mit 43 kWh und nicht für den Premium. Es war ein Tagesangebot, schau selbst bei MyDealz nach.

Platz: die Familienzahlen

Blick in den geöffneten, leeren Kofferraum des MG4 Urban mit aufgestellten Rücksitzlehnen.
Der Kofferraum des MG4 Urban mit aufgestellten Rücksitzen. Originalaufnahme aus meinem Video.
Kofferraum: mein MG4 von 2022 gegen den MG4 Urban
Kennzahl Mein MG4 (2022) MG4 Urban
Kofferraum 385 Liter 470 Liter, dazu 98 Liter im Unterbodenfach (zusammen 568 Liter, berechnet)
Mit umgeklappten Sitzen nicht genannt 1.362 Liter
Frunk nicht genannt keiner, das nasse Ladekabel muss in den Kofferraum

Ein paar Säcke Blumenerde habe ich oben in den Kofferraum gelegt, das passte locker. Ein Tipp am Rande: Die Heckklappe muss man sehr fest zumachen, sonst meldet der Bordcomputer sie als offen. Außerdem ist der Urban mehr Crossover als Schrägheck und höher geworden, die Sitzposition ist höher.

BeinfreiheitMein Standardtest: Fahrersitz ganz hinten und ganz unten, so wie ich immer sitze, und dann jemand dahinter. Meine Frau passt hinter mich sehr gut. Fährt sie, passe sogar ich dahinter und habe noch Kopffreiheit.
KindersitzeIsofix gibt es auf den zwei äußeren Plätzen der Rückbank, unsere Kindersitze passen gut hinein. Eine Schutzlasche schützt die Sitzpolster vor den Metallstangen der Kindersitze.
Zuladung375 Kilo bleiben übrig. Mit vier Kindern, zwei Erwachsenen und Urlaubsgepäck rechnet man das besser einmal nach, auch wenn nicht alle hineinpassen würden.

Innenraum: was gut ist und was fehlt

Cockpit des MG4 Urban mit Lenkrad, zentralem Touchscreen und physischen Klimatasten.
Das Cockpit: zentraler Touchscreen und echte Tasten für die Klimaanlage. Originalaufnahme aus meinem Video.
Gut gelöstEin 12,8-Zoll-Touchscreen, spürbar flotter als die 10,25 Zoll bei meinem MG4. Die Klimaanlage hat nach wie vor echte Tasten. Die 360-Grad-Kamera hat eine Transparenzansicht, bei der das Auto durchsichtig dargestellt wird, hilfreich in engen Lücken und auf Sperrflächen. Die Ambientebeleuchtung gibt es nur vorne.
Das FahrerdisplayAb Werk zeigt es wenig. Die Kacheln, die mein MG4 kann, gibt es im Menü unter „Cluster“. Ich habe mir einen eigenen Trip mit Zeit, Kilometerschnitt, Verbrauch und Reifendruck eingerichtet.
Was fehltKein Regensensor, es gibt nur Intervall und Dauerbetrieb. Kein Brillenfach im Dachhimmel. Keine Spiegelbeleuchtung auf der Beifahrerseite. Kein Frunk.
Die KlimaautomatikSie regelt ziemlich komisch, kühlt stark herunter und bläst dabei zügig. In zwei Wochen habe ich sie nicht angenehm hinbekommen. Das kenne ich schon vom alten MG.

Der Geschwindigkeitswarner hat mich gewundert. In mehreren Tests hatte ich gelesen, man werde das Gebimmel mit einem Knopfdruck los. Die Einstellung liegt zwar im Schnellmenü, zwei Tipper, aber sie lässt sich nur im Parkmodus ändern. Ein Abschalten während der Fahrt habe ich in zwei Wochen nicht gefunden. Mein Tipp: einmal vor dem Losfahren abschalten, dann hat man Ruhe bis zur nächsten Fahrt. Wer weiß, wie es während der Fahrt geht, darf es mir in die Kommentare schreiben. Außerdem gibt es beim Einlegen des Rückwärtsgangs ein deutliches Geräusch, innen wie außen.

Verbrauch, Reichweite und Laden

Geöffnete Ladeklappe des MG4 Urban mit CCS-Anschluss am vorderen linken Kotflügel.
Der CCS-Ladeanschluss am MG4 Urban. Originalaufnahme aus meinem Video.
MG4 Urban: Messwerte aus zwei Wochen Alltag in Solingen
Kennzahl Wert Einordnung Bedingung
Strecke und Zeit 211 km, knapp 12 Stunden, Schnitt 18 km/h Messwert (Trip-Anzeige) Kurzstrecke im Bergischen Land, Einkaufen, Fahrdienste, keine Autobahn
Verbrauch 13,5 kWh auf 100 km Messwert MG gibt 15,5 kWh an; auf den ersten 100 km unter 13 kWh; nicht mehr Sommer, noch nicht Winter
Reichweite laut Anzeige 263 km bei 64 % Akku Anzeige des Autos Hochrechnung des Bordcomputers
Reichweite bei vollem Akku gut 400 km Hochrechnung nur mit dem Alltagsverbrauch, nicht auf der Autobahn
Reichweite im Winter 300 bis 320 km Schätzung mit Heizung und Autobahn, die Wärmepumpe ist serienmäßig
Ladeleistung Spitze 59 kW Messwert EnBW-Säule mit 300 kW, geladen von 43 auf 81 %
Ladeleistung im Schnitt 52 kW Messwert 24 Minuten, 21,5 kWh geladen; MG nennt 87 kW
100 km an der Schnellladesäule 7,56 Euro berechnet 13,5 kWh mal 0,56 Euro je kWh bei EnBW
100 km mit Hausstrom 3,38 Euro berechnet 13,5 kWh mal 0,25 Euro je kWh

Eine Autobahn-Etappe, einen Urlaub oder Strecken über 200 Kilometer am Stück gab es diesmal nicht, dafür fehlte die Zeit. Diese zwei Wochen waren Alltag in Solingen, und den schafft der Urban mit dem Verbrauch gut. Das Verbrauchsprofil mit 18 km/h Schnitt ist kein Fahrprofil, sondern eher ein Ampel-Abo.

Zur Ladeleistung: Ich bin bei 43 Prozent angesteckt, und die Spitze liegt bei jedem Auto weiter unten, meist bei unter 10 bis 20 Prozent. Ich kann also nicht behaupten, dass es die 87 kW nicht gibt, ich habe sie nur nicht gesehen, weil der Akku nicht leer genug war und die Bedingungen nicht gepasst haben. Bei meinem alten MG4 sollte es laut Prospekt 117 kW geben, das war damals ein großer Fehler im Prospekt. Beim Urban steht von Anfang an 87 kW. 52 kW im Schnitt sind kein Wert für die Langstrecke, aber fürs Pendeln, am Wochenende und zu Hause reicht es. Für die Urlaubsfahrt nach Italien muss man überlegen, ob das das richtige Auto ist.

Die Wallbox des Sponsors

Unterstützt wird das Video von EVDANCE, die mir ihre mobile 11-kW-Wallbox geschickt haben. Der MG4 Urban lädt mit vollen 11 kW, was mein MG4 Standard der ersten Generation gar nicht schafft. Bei mir hängt sie an der roten CEE-Dose und lädt mit einem Verlängerungskabel dreiphasig mit 11 kW. Im Urlaub, auf dem Campingplatz oder bei den Schwiegereltern kommt der mitgelieferte Schuko-Adapter dran, dann deutlich langsamer, aber über Nacht kommt genug herein.

BedienungEin gut ablesbares LCD-Display zeigt Ladeleistung und Stromstärke in Echtzeit, einstellbar von 6 bis 16 Ampere. Der Ladestart lässt sich um 1 bis 12 Stunden verzögern, ohne App und ohne Cloud.
Im KartonZwei Wandhalterungen, eine für das Gerät und eine für den Typ-2-Stecker, und eine Tragetasche. So lässt sich beides fest montieren und trotzdem mitnehmen.
WärmeMit der Wärmebildkamera habe ich Stecker und Gerät angesehen, alles blieb angenehm kühl.
Laut DatenblattVersilberte Kupferkontakte, Temperaturschutz, 6-mA-Gleichstrom-Fehlerstromerkennung, IP66 gegen Regen und Staub und drei Jahre Garantie. Das habe ich nicht selbst geprüft.

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Mein Fazit: für wen passt der Urban?

Für Familien, die viel in der Stadt und im Umland fahren, zu Hause laden können und Platz statt Prestige wollen. Nicht für alle, die regelmäßig lange Strecken über die Autobahn fahren. Ich wurde letztens gefragt, welches günstige Auto ich empfehlen würde, und habe den MG4 Urban genannt. Ehrlich bleiben muss man bei den Punkten, die fehlen: Regensensor, Brillenfach, Spiegelbeleuchtung, Frunk, die Klimaautomatik und den Tempowarner, den man nur im Stand loswird. Alles Dinge, mit denen ich leben kann, aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt. Der Preis macht vieles davon wieder wett. Beim Händler ist erfahrungsgemäß immer noch etwas drin.

Würde ich meinen vier Jahre alten MG4 gegen den Urban tauschen? Für die Familie sofort. Fürs Fahren mag ich den Heckantrieb. Der Urban ist kein Sportler und kein Langstreckenläufer, aber ein ehrliches, erwachsen gewordenes Familienauto zu einem Preis, dem man kaum widersprechen kann. Und jetzt seid ihr dran: Fahrt ihr noch einen MG4 der ersten Generation, würdet ihr auf den Urban wechseln, und was müsste er dafür noch können?

THG-Quote: bei jedem E-Auto mitnehmen

Wer ein Elektroauto fährt, kann sich jedes Jahr die THG-Quote auszahlen lassen. Dieses Jahr waren es um die 300 bis 350 Euro. Man lädt einmal den Fahrzeugschein hoch, meldet sich an und registriert sich, am besten nur für ein Jahr, und schaut im nächsten Jahr, wo es besser geht. Ich habe zwei Anbieter verlinkt, die ich selbst nutze: geld-fuer-eauto.de und mygreencashback.de (Werbung, Affiliate-Links: Ich erhalte eine kleine Provision, deine Prämie bleibt gleich).

Der MG4 Urban war ein Pressewagen von MG, Vorgaben zum Inhalt gab es keine. Wie ich mit Werbung und Leihgaben umgehe, steht in meinem Kodex.

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