Vor knapp vier Jahren habe ich mir einen MG4 gekauft, damals noch mit Umweltbonus, und wir fahren ihn bis heute jeden Tag. Jetzt stand zwei Wochen der neue MG4 Urban in der Einfahrt, der neue Einstieg bei MG. Die Frage: Was bekomme ich heute für das Geld, das ich damals bezahlt habe?
Die Antwort in drei Sätzen
Der Testwagen in Zahlen
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Ausführung | Premium, Frontantrieb | Testwagen |
| Akku | 54 kWh, Lithium-Eisenphosphat | Herstellerangabe |
| Leistung | 118 kW (160 PS) | Herstellerangabe |
| Reichweite nach WLTP | 405 km | Herstellerangabe |
| Verbrauch nach WLTP | 15,5 kWh auf 100 km | Herstellerangabe |
| Preis Premium | 31.490 Euro (ohne Überführung, ohne Förderung) | Herstellerangabe |
| Einstiegspreis | ab 24.990 Euro mit kleinem Akku | Herstellerangabe |
| Länge und Wendekreis | 4,4 m lang, Wendekreis 10,5 m | Herstellerangabe, im Hof ohne Zurücksetzen gefahren |
| Zuladung | 375 kg (1.595 kg leer, 1.970 kg zulässig) | berechnet, 75 kg Fahrer sind im Leergewicht bereits enthalten |
Damals und heute: gleiches Geld?
Mein MG4 Standard von 2022 kostete laut Auftragsbestätigung rund 32.000 Euro, ohne Förderung gerechnet. Den Urban in der Premium-Linie gibt es heute für 31.490 Euro, also gut 500 Euro weniger für die bessere Ausstattung. Der Vergleich hinkt aus zwei Gründen, und das gehört dazu: Meiner ist die Basisausstattung von 2022 mit Heckantrieb und aufwendiger Hinterachse, der Urban ist die Premium-Linie von 2026 mit Frontantrieb und einfacher Achse. Der MG4 in meiner Ausführung ist übrigens nicht ausgelaufen, er kostet heute knapp 43.000 Euro. Und der Vergleich ist aus dem Alltagsgedächtnis entstanden, nicht vom Maßband, weil mein MG4 gerade bei meiner Schwester im Einsatz war.
Platz: die Familienzahlen

| Kennzahl | Mein MG4 (2022) | MG4 Urban |
|---|---|---|
| Kofferraum | 385 Liter | 470 Liter, dazu 98 Liter im Unterbodenfach (zusammen 568 Liter, berechnet) |
| Mit umgeklappten Sitzen | nicht genannt | 1.362 Liter |
| Frunk | nicht genannt | keiner, das nasse Ladekabel muss in den Kofferraum |
Ein paar Säcke Blumenerde habe ich oben in den Kofferraum gelegt, das passte locker. Ein Tipp am Rande: Die Heckklappe muss man sehr fest zumachen, sonst meldet der Bordcomputer sie als offen. Außerdem ist der Urban mehr Crossover als Schrägheck und höher geworden, die Sitzposition ist höher.
Innenraum: was gut ist und was fehlt

Der Geschwindigkeitswarner hat mich gewundert. In mehreren Tests hatte ich gelesen, man werde das Gebimmel mit einem Knopfdruck los. Die Einstellung liegt zwar im Schnellmenü, zwei Tipper, aber sie lässt sich nur im Parkmodus ändern. Ein Abschalten während der Fahrt habe ich in zwei Wochen nicht gefunden. Mein Tipp: einmal vor dem Losfahren abschalten, dann hat man Ruhe bis zur nächsten Fahrt. Wer weiß, wie es während der Fahrt geht, darf es mir in die Kommentare schreiben. Außerdem gibt es beim Einlegen des Rückwärtsgangs ein deutliches Geräusch, innen wie außen.
Verbrauch, Reichweite und Laden

| Kennzahl | Wert | Einordnung | Bedingung |
|---|---|---|---|
| Strecke und Zeit | 211 km, knapp 12 Stunden, Schnitt 18 km/h | Messwert (Trip-Anzeige) | Kurzstrecke im Bergischen Land, Einkaufen, Fahrdienste, keine Autobahn |
| Verbrauch | 13,5 kWh auf 100 km | Messwert | MG gibt 15,5 kWh an; auf den ersten 100 km unter 13 kWh; nicht mehr Sommer, noch nicht Winter |
| Reichweite laut Anzeige | 263 km bei 64 % Akku | Anzeige des Autos | Hochrechnung des Bordcomputers |
| Reichweite bei vollem Akku | gut 400 km | Hochrechnung | nur mit dem Alltagsverbrauch, nicht auf der Autobahn |
| Reichweite im Winter | 300 bis 320 km | Schätzung | mit Heizung und Autobahn, die Wärmepumpe ist serienmäßig |
| Ladeleistung Spitze | 59 kW | Messwert | EnBW-Säule mit 300 kW, geladen von 43 auf 81 % |
| Ladeleistung im Schnitt | 52 kW | Messwert | 24 Minuten, 21,5 kWh geladen; MG nennt 87 kW |
| 100 km an der Schnellladesäule | 7,56 Euro | berechnet | 13,5 kWh mal 0,56 Euro je kWh bei EnBW |
| 100 km mit Hausstrom | 3,38 Euro | berechnet | 13,5 kWh mal 0,25 Euro je kWh |
Eine Autobahn-Etappe, einen Urlaub oder Strecken über 200 Kilometer am Stück gab es diesmal nicht, dafür fehlte die Zeit. Diese zwei Wochen waren Alltag in Solingen, und den schafft der Urban mit dem Verbrauch gut. Das Verbrauchsprofil mit 18 km/h Schnitt ist kein Fahrprofil, sondern eher ein Ampel-Abo.
Zur Ladeleistung: Ich bin bei 43 Prozent angesteckt, und die Spitze liegt bei jedem Auto weiter unten, meist bei unter 10 bis 20 Prozent. Ich kann also nicht behaupten, dass es die 87 kW nicht gibt, ich habe sie nur nicht gesehen, weil der Akku nicht leer genug war und die Bedingungen nicht gepasst haben. Bei meinem alten MG4 sollte es laut Prospekt 117 kW geben, das war damals ein großer Fehler im Prospekt. Beim Urban steht von Anfang an 87 kW. 52 kW im Schnitt sind kein Wert für die Langstrecke, aber fürs Pendeln, am Wochenende und zu Hause reicht es. Für die Urlaubsfahrt nach Italien muss man überlegen, ob das das richtige Auto ist.
Die Wallbox des Sponsors
Unterstützt wird das Video von EVDANCE, die mir ihre mobile 11-kW-Wallbox geschickt haben. Der MG4 Urban lädt mit vollen 11 kW, was mein MG4 Standard der ersten Generation gar nicht schafft. Bei mir hängt sie an der roten CEE-Dose und lädt mit einem Verlängerungskabel dreiphasig mit 11 kW. Im Urlaub, auf dem Campingplatz oder bei den Schwiegereltern kommt der mitgelieferte Schuko-Adapter dran, dann deutlich langsamer, aber über Nacht kommt genug herein.
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Mein Fazit: für wen passt der Urban?
Für Familien, die viel in der Stadt und im Umland fahren, zu Hause laden können und Platz statt Prestige wollen. Nicht für alle, die regelmäßig lange Strecken über die Autobahn fahren. Ich wurde letztens gefragt, welches günstige Auto ich empfehlen würde, und habe den MG4 Urban genannt. Ehrlich bleiben muss man bei den Punkten, die fehlen: Regensensor, Brillenfach, Spiegelbeleuchtung, Frunk, die Klimaautomatik und den Tempowarner, den man nur im Stand loswird. Alles Dinge, mit denen ich leben kann, aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt. Der Preis macht vieles davon wieder wett. Beim Händler ist erfahrungsgemäß immer noch etwas drin.
Würde ich meinen vier Jahre alten MG4 gegen den Urban tauschen? Für die Familie sofort. Fürs Fahren mag ich den Heckantrieb. Der Urban ist kein Sportler und kein Langstreckenläufer, aber ein ehrliches, erwachsen gewordenes Familienauto zu einem Preis, dem man kaum widersprechen kann. Und jetzt seid ihr dran: Fahrt ihr noch einen MG4 der ersten Generation, würdet ihr auf den Urban wechseln, und was müsste er dafür noch können?
THG-Quote: bei jedem E-Auto mitnehmen
Wer ein Elektroauto fährt, kann sich jedes Jahr die THG-Quote auszahlen lassen. Dieses Jahr waren es um die 300 bis 350 Euro. Man lädt einmal den Fahrzeugschein hoch, meldet sich an und registriert sich, am besten nur für ein Jahr, und schaut im nächsten Jahr, wo es besser geht. Ich habe zwei Anbieter verlinkt, die ich selbst nutze: geld-fuer-eauto.de und mygreencashback.de (Werbung, Affiliate-Links: Ich erhalte eine kleine Provision, deine Prämie bleibt gleich).
Das ganze Video: MG4 Urban nach zwei Wochen: Mehr Auto fürs gleiche Geld?
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