Sechs Personen, zwei E-Autos mit zusammen gerade mal 111 Kilowattstunden Akku und 3.009 Kilometer ins Allgäu und zurück: zehn Stunden hin, fast zwölf zurück. Am Ende steht eine Rechnung, die viele überraschen dürfte.
Die Ausgangslage
Wir sind eine sechsköpfige Familie und fahren im Alltag zwei Autos: den Skoda Enyaq iV60 mit 60 kWh und den MG4 Standard mit knapp über 50 kWh. Beide sind nicht für die Langstrecke gebaut. Im Sommer schaffe ich auf der Autobahn konservativ gerechnet etwa 250 Kilometer mit dem MG4 und 300 bis 310 mit dem Enyaq. Ziel war eine christliche Familienfreizeit im Allgäu. Einen Siebensitzer haben wir bisher nicht, das soll sich ändern. Mit zwei Autos hatten wir dafür viel Stauraum, auch für ein SUP und das Gepäck von sechs Personen.
Die Bilanz in Zahlen
21 Ladevorgänge, 485,1 kWh, 182,23 Euro. Das sind im Schnitt 37,6 Cent pro kWh und 6,06 Euro auf 100 Kilometer.
MG4: 10 Ladungen, 1.369 km, 216,7 kWh, 77,55 Euro, 5,67 Euro auf 100 km.
Enyaq iV60: 11 Ladungen, 1.640 km, 268,4 kWh, 104,68 Euro, 6,38 Euro auf 100 km.
Aufgeteilt: Hinfahrt am 03.08. 235 kWh für 81,27 Euro, vor Ort vom 04. bis 11.08. 64 kWh für 30,23 Euro, Rückfahrt am 15.08. 186 kWh für 70,73 Euro.
Die Rechnung gegen den Diesel-Bus
Zum Vergleich habe ich denselben Urlaub mit einem VW Multivan TDI durchgerechnet, der die Familie in einem Fahrzeug bewegt hätte: 275 Euro Diesel, bei einem Durchschnittspreis, der nicht übertrieben ist, aber derzeit hoch liegt. Unsere zwei E-Autos kosten inklusive der ersten Ladung aus eigenem Solarstrom zu Hause 188 Euro. Das sind 87 Euro weniger, obwohl wir unterwegs ausschließlich Fremdstrom zu Autobahnpreisen geladen haben. Es gibt viele Argumente für den VW-Bus, auch ich hatte einmal einen. Hier geht es nur um die Energiekosten.
Planung und Ladestrategie

Mit 2 Prozent angekommen
Auf der Rückfahrt hat meine Frau einen Ladestopp ausgelassen, weil der Enyaq mehr Reichweite hat. Sie kam mit 2 Prozent an der nächsten Säule an und blieb ganz cool. Dabei konnte sie die volle Ladeleistung des Enyaq nutzen, mit 111 kW Peak das Höchste, das ich bei unserem iV60 gesehen habe. Die Rückfahrt dauerte fast zwölf Stunden, weil wir noch eine Freundin in Bayern besucht haben.
Was ich daraus mitnehme
Mit zwei E-Autos fahren wir im Alltag unschlagbar praktisch und günstig. Die eine Urlaubsfahrt im Jahr ist dafür aufwendiger, mit zehn Stunden hin und häufigen Pausen. Ich bin nach den vielen Pausen nicht so völlig im Eimer angekommen wie nach drei Stunden am Stück. Wir haben unsere Autos nach dem Alltag ausgesucht und nicht nach dieser einen Fahrt. Wer alle zwei Wochen weit in den Urlaub fährt, für den ist das nichts. Und mich interessiert eure Meinung: Geht ihr diesen Deal mit?
Das ganze Video: MG4 und Enyaq in den Urlaub: 87 Euro günstiger als der Diesel-Bus
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