Ein Elektro-SUV mit sieben Sitzen, außen nur 4,79 Meter kurz, Listenpreis rund 60.000 Euro – und für das Entriegeln per App soll ich trotzdem noch ein Abo zahlen. Zwei Wochen stand der Peugeot E-5008 bei uns. Wir sind zu sechst, zwei Erwachsene und vier Kinder, und ich bin 2,02 Meter groß. Die Frage war also nicht, ob sieben Sitze schön wären, sondern ob sie im Alltag wirklich funktionieren.
Das Wichtigste in vier Punkten
Überblick: Launch Edition mit Allrad
Mein Testwagen war die Launch Edition mit Allradantrieb, bei Peugeot „Dual Motor 325“. Das merkt man: zwei Motoren, zusammen 239 kW und 325 PS, von null auf 100 in 6,5 Sekunden. Den E-5008 gibt es auch mit Frontantrieb, wahlweise mit 73 oder 97 Kilowattstunden. Wer viel Langstrecke fährt und keinen Allrad braucht, landet eher bei der großen Batterie und bekommt dafür mehr Reichweite.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Antrieb | Dual Motor 325, Allrad | Herstellerangabe |
| Leistung | 239 kW / 325 PS | Herstellerangabe |
| 0–100 km/h | 6,5 Sekunden | Herstellerangabe |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h (Werk), 183 km/h im Test erreicht | Herstellerangabe / Messwert |
| Akku (Testwagen) | 73 kWh | Herstellerangabe |
| Weitere Varianten | Frontantrieb mit 73 oder 97 kWh | Herstellerangabe |
| WLTP-Reichweite | 468 km | Herstellerangabe |
| WLTP-Verbrauch | 18,6 kWh/100 km | Herstellerangabe |

Laden: solide, aber kein Überflieger
Zu Hause an der Wallbox sind es 11 Kilowatt, am Schnelllader gibt Peugeot bis zu 160 Kilowatt an. Ausprobiert habe ich es an einer EnBW-Säule mit 300 Kilowatt. Mit 33 Prozent angekommen, ging der Peugeot fast aus dem Stand auf rund 70 kW, die Spitze lag bei 96 Kilowatt. Dass das Auto neben mir zur gleichen Zeit nur noch etwa 60 kW zog, zeigt: die Säule war nicht der Engpass. Nach 33 Minuten war ich bei 78 Prozent und hatte knapp 37 Kilowattstunden geladen, im Schnitt 65 Kilowatt. Von den 160 kW war ich bei diesem Ladestand natürlich weit weg, was in diesem Szenario aber normal ist. Kurios: Das Auto zeigt innen keine Ladeleistung in Kilowatt an, sondern eine Ladegeschwindigkeit in Kilometer pro Stunde – für Einsteiger vielleicht greifbarer, wer die echte Leistung wissen will, schaut besser in die Lade-App.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Herstellerangabe Spitze | bis 160 kW | Herstellerangabe |
| Gemessene Spitze | 96 kW | Messwert |
| Durchschnittsleistung | 65 kW | Messwert |
| 33 → 78 % | 33 Minuten | Messwert |
| Nachgeladen | knapp 37 kWh | Messwert |
| Leistung bei 77 % | noch 48 kW | Messwert |
| AC-Wallbox | 11 kW | Herstellerangabe |

Außen, Maße und Kofferraum
Mit 4,79 Metern Länge ist der E-5008 deutlich kürzer als so manches andere Elektro-SUV mit sieben Sitzen, und schnittig sieht er aus. Den Wendekreis gibt Peugeot mit 11,2 Metern an; beim Rangieren merkt man, dass er kein kleines Auto ist. Im Kofferraum sind es 348 Liter, wenn alle sieben Sitze stehen, umgeklappt bis zu 2.232 Liter. Einen Frunk gibt es nicht – gerade bei sieben Personen hätte ich mir vorn wenigstens einen Platz fürs Ladekabel gewünscht, so muss es in den Innenraum.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Länge | 4,79 m | Herstellerangabe |
| Wendekreis | 11,2 m | Herstellerangabe |
| Kofferraum | 348 l (sieben Sitze) bis 2.232 l (umgeklappt) | Herstellerangabe |
| Frunk | keiner | Beobachtung im Test |
| Leergewicht | 2.406 kg (inklusive 75 kg Fahrer) | laut Fahrzeugschein |
| Zulässiges Gesamtgewicht | 2.940 kg | laut Fahrzeugschein |
| Zuladung | rund 534 kg; mit sechs weiteren Personen à 75 kg bleiben rund 84 kg für Gepäck | berechnet |

Innenraum: modern, aber mit Eigenheiten
Der erste Eindruck drinnen ist modern, das Panorama-Display zieht sich fast über die halbe Breite. Was mich stört, ist der viele Klavierlack: Im Familienalltag sieht man darauf jeden Fingerabdruck, Staub und auch mal einen Kratzer. Ein echtes Plus ist das gekühlte Ablagefach in der Mittelkonsole, dazu gibt es vorn ein zweites, verschließbares Fach. Auto-Hold vermisse ich dagegen, das haben inzwischen viele günstigere Autos, und gerade im Stop-and-Go in der Stadt hätte ich es mir gewünscht. Der Fahrersitz hat Memory-Tasten, die aber nur bei eingeschaltetem Auto funktionieren – für den Größeren in der Autopartnerschaft unpraktisch, weil man sich zum Einschalten erst einmal hineinquetschen muss. Und die Sitzkühlung lief morgens bei acht Grad noch vom Vortag; eine Automatik, die sich an der Außentemperatur orientiert, fehlt.
Sieben Sitze und Zuladung
Zur Sitzprobe: Ich stelle den Fahrersitz auf mich ein, dann setzt sich meine Frau dahinter – mit den Beinen wird es für sie eng, wobei meine Lehne weit hinten stand. Umgekehrt, ich hinter meiner Frau, geht die Beinfreiheit, aber die Kopffreiheit auf dem äußeren Sitz nicht, weil es innen zur Seite hin zu flach wird. In der dritten Reihe hinter mir geht dann nichts mehr. Mit den Zwillingen auf der zweiten Bank und zwei Töchtern in der dritten Reihe passte es, viel Platz ist dort aber nicht. Wichtig ist die Zuladung: Leer wiegt der Testwagen laut Fahrzeugschein 2.406 Kilo, zulässig sind 2.940 Kilo. Für sieben normalgewichtige Menschen reicht das, aber wer mit voller Besetzung, Gepäck und Dachbox plant, sollte vorher rechnen – beim E-Auto ist das wichtiger als beim Verbrenner, weil der Akku viel Gewicht mitbringt.
Verbrauch, Reichweite und Kosten
Über 221 Kilometer, fast nur in der Stadt bei im Schnitt 25 km/h, Anfang Oktober morgens teils nur acht Grad und in unseren bergischen Hügeln, lag der Verbrauch bei 18,3 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Das ist ungefähr die WLTP-Werksangabe von 18,6 kWh, obwohl die ein Mix aus Stadt, Land und Autobahn ist – in der Stadt hätte ich etwas weniger erwartet, aber rund 2,4 Tonnen, Allrad und kühle Temperaturen fordern ihren Tribut. Auf der nassen Langstrecke mit im Schnitt 97 km/h und dem Höchstgeschwindigkeitstest waren es 24,2 kWh.
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Stadt/Alltag (221 km, Ø 25 km/h, ~8 °C) | 18,3 kWh/100 km | Messwert |
| WLTP | 18,6 kWh/100 km | Herstellerangabe |
| Langstrecke im Regen (167 km, Ø 97 km/h, inkl. Vmax-Test) | 24,2 kWh/100 km | Messwert |
| Reichweite rechnerisch (73 kWh, 100 → 0 %) | knapp 400 km | berechnet |
| Reichweite realistisch (10–80 %) | rund 280 km | berechnet |
| Kosten/100 km am Schnelllader (59 ct/kWh) | 10,80 € | berechnet |
| Kosten/100 km mit AC-Ladekarte (39 ct/kWh) | 7,14 € | berechnet |
Software und das Connect-Plus-Abo
Hier hat es mich richtig geärgert. Das Auto per Handy auf- und zuzusperren geht nur mit dem Abo, das Peugeot Connect Plus nennt: 9,99 Euro im Monat oder 99 Euro im Jahr. Die Vorklimatisierung per App soll laut Peugeot dagegen kostenlos dabei sein, bei Neuwagen ab Juli 2025 im Paket Connect One – in meinem Testwagen bin ich beim Versuch, per App vorzuklimatisieren, trotzdem beim Abo Connect Plus gelandet. Vielleicht war der Wagen falsch freigeschaltet, aber genau so erlebt man es dann womöglich auch als Kunde. Meine Schwägerin und mein Schwager fahren denselben Peugeot; bei ihr wollte die App oft nicht und sie hat sie kaum genutzt. Wenn ich schon für so etwas zahle, muss es zuverlässig funktionieren.
| Angebot | Preis | Einordnung |
|---|---|---|
| Launch Edition mit Allrad (Start) | ab 62.500 € | Listenpreis |
| GT Exclusive mit Allrad (heute vergleichbar) | 61.750 € | Listenpreis |
| Connect Plus (Entriegeln per App) | 9,99 €/Monat oder 99 €/Jahr | Herstellerangabe |
| Vorklimatisierung per App | laut Peugeot kostenlos (Connect One, Neuwagen ab Juli 2025) | Herstellerangabe; im Test bei Connect Plus gelandet |
Beim Händler ist bei den Preisen erfahrungsgemäß noch etwas Luft, was euer Händler an Rabatt gibt, kann ich hier natürlich nicht wissen.
Langstrecke im Regen
Am Tag nach dem Haupttest ging es auf die Autobahn. Beim Höchstgeschwindigkeitstest kam ich auf 183 km/h. Der Abstandstempomat arbeitet normal, die Spurhaltung (Drive Assist) hält die Spur ordentlich; der Spurwechselassistent lenkt allerdings nicht selbst, sondern zeigt mir nur an, dass ich wechseln soll. Das Fahrwerk ist eher hart und etwas rumpelig abgestimmt, dafür liegt der Wagen durch den tiefen Schwerpunkt gut in der Kurve. Nachgereicht aus dem Vlog-Teil: ein Brillenfach oben, ein echtes Schiebedach und ein großes Panoramadach – zwei, drei Pluspunkte, die ich im Hauptvideo vergessen hatte. Das Lenkrad empfinde ich als etwas tief, weil es aus meiner Sitzposition das Display teilweise verdeckt. Über 167 Kilometer mit viel Regen und 100-km/h-Abschnitten standen am Ende die erwähnten 24,2 kWh, für mein Empfinden etwas viel.
Mein Fazit
Das Stärkste am Peugeot E-5008 ist das Konzept: sieben Sitze, Elektroantrieb und außen trotzdem kompakt. Für eine Familie mit Kindern, die die dritte Reihe ab und zu braucht, ist das richtig gut, und optisch gefällt er mir innen wie außen. Aber man muss wissen, worauf man sich einlässt: Sieben Sitze heißt nicht sieben Erwachsene, zweite und dritte Reihe teilen sich den Platz, und die Zuladung sollte man im Blick behalten. Der Verbrauch ist für die Größe in Ordnung, aber kein Effizienzwunder, das Laden solide, aber kein Überflieger. Ehrlich bleiben muss man beim vielen Klavierlack, dem fehlenden Auto-Hold, der Sitzkühlung ohne Automatik, dem Sitzmemory nur bei eingeschaltetem Auto – und vor allem beim Abo für Funktionen, die bei vielen anderen Herstellern einfach dabei sind. Für wen passt er? Für Familien, die ehrlich wissen, wie oft sie die dritte Reihe wirklich brauchen. Für wen nicht? Für alle, die regelmäßig sieben Erwachsene transportieren – oder die sich über Abos im Auto ärgern.
Das ganze Video: Peugeot E-5008 im Test: 60.000 € – und trotzdem ein Abo?
Kurz als Short: 60.000 € – und trotzdem ein Abo? Drei Überraschungen aus dem Alltagstest in unter einer Minute
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