Zwei Wochen Urlaub sind die sauberste Messung, die ein Haus hergibt: kein Kochen, kein Duschen, kein Licht – und trotzdem 13 Kilowattstunden am Tag. Das Energie-Update für August 2026 in Zahlen, mit einer Wärmepumpe, deren App 5,0 anzeigt, und einem Trockner, der nach einer Reinigung nur noch die Hälfte braucht.
Der Monat in Zahlen
Bester Tag war der 2. August mit 56 kWh, schlechtester der 18. August mit 5 kWh. Den besten Monat der Messreihe hält weiter der April 2026 mit 1.273 kWh. Seit diesem Monat zähle ich auch die Sonnenstunden über eine DWD-Integration in Home Assistant: 273 Sonnenstunden im August, im Schnitt 8,8 pro Tag. In den 13 Urlaubstagen schien die Sonne im Schnitt 11,7 Stunden, danach nur noch 6,7.
Welche Ausrichtung bringt am meisten?
Ich rechne den Ertrag pro Modul um, sonst gewinnt immer die Gruppe mit den meisten Modulen. Die zehn Module auf der Gaube (33 Grad, Südost) kommen auf 48 kWh pro Modul, das Hauptdach auf 46,2. Vier Module senkrecht am Balkongeländer nach Westen bringen 33,7, zwei senkrecht nach Süden 31,8 und die beiden aufgestellten Module mit 60 Grad nach Süden 30,2. Auf dem Papier ist 60 Grad Süd besser als 90 Grad West. In der Praxis liegen die Südmodule dahinter, weil sie an ihrem Standort verschattet werden. Verschattung ist schlechter als eine schlechte Ausrichtung. Der Abstand ist geschrumpft: Im Juli waren es noch 15 Prozent, jetzt fünf, denn je tiefer die Sonne steht, desto mehr holen die steileren Module auf.
Zwei Wochen leeres Haus: 550 Watt Grundlast
Das Haus ohne uns: 172 kWh in 13 Tagen, ohne Autoladen, das sind 13 kWh pro Tag. An den anderen 18 Tagen waren es 570 kWh, also 32 kWh pro Tag. Daraus ergibt sich eine Grundlast von rund 550 Watt, 41 Prozent von dem, was ein bewohntes Haus zieht. Davon kann ich fast 500 Watt nicht erklären, und das ärgert mich mehr als die Stromrechnung.
Der Trockner nach der Reinigung
Ein Zuschauer hat meinen Trockner-Verbrauch angezweifelt, und er hatte recht, nur nicht aus dem Grund, den er vermutete. Meine Frau hat nach dem Urlaub die Wärmetauscherlamellen im Trockner gereinigt (im Video habe ich das irrtümlich als Flusensieb bezeichnet, die Beschreibung stellt es richtig). In der zweiten Juli-Hälfte waren es 13 Läufe mit durchschnittlich 3,3 kWh pro Lauf, nach der Reinigung ab dem 16. August zwölf Läufe mit durchschnittlich 1,4 kWh. Bei rund 30 Läufen im Monat sind das etwa 60 kWh für zehn Minuten Arbeit. Dass ich das überhaupt sehen kann, liegt an den Matter-Steckdosen an den größeren Verbrauchern.
Wärmepumpe: 5,0 laut App, 3,7 nachgerechnet
Die Aira heizt seit Mai nicht mehr, sondern macht nur Warmwasser. Im August verbrauchte sie 37,8 kWh Strom und machte daraus 139,2 kWh Wärme. Das ergibt eine Arbeitszahl von 3,7. Die App zeigt 5,0 an. Für 5,0 dürfte die Anlage nur 27,8 kWh verbraucht haben, es fehlen also rund zehn Kilowattstunden. Im Nutzerforum zeigt die App bei allen mehr an, als sie selbst nachrechnen. Dort steht auch die Antwort des Aira-Supports: Der Abtauzyklus ist von der Berechnung ausgenommen.
Abgetaut hat die Anlage im August nicht, dafür war es zu warm. Ich habe einen anderen Kandidaten: Zweimal ist die Wärmepumpe aus dem Nichts angesprungen, am 12. August mit 3,3 kWh und am 26. mit 3,9 kWh, genau 14 Tage auseinander. Das passt zum Legionellenschutz und macht zusammen 7,2 kWh der fehlenden zehn. Beweisen kann ich das nicht. Ich habe Aira angeschrieben und melde mich, sobald eine Antwort da ist. Bis dahin gilt für mich die Zahl, die ich selbst nachrechnen kann. Ohne dass jemand Warmwasser zapft, zieht die Wärmepumpe im Standby 0,19 kWh am Tag, das sind acht Watt. Der Strom für sie kam zu 30 Prozent aus dem Netz, zu einem Viertel direkt von der Sonne und zu 43 Prozent aus dem Speicher.
Speicher: was die Zwischenspeicherung kostet
Autos, Strompreis und Bürokratie
Die beiden Autos sind in zwei Wochen 3.009 Kilometer gefahren. Vom Strom, den ich zu Hause geladen habe, waren 40 Prozent grün, im Juli waren es 96 Prozent. Das sieht nach Absturz aus, ist aber erklärbar: 67 der 91 kWh fielen auf den 18., 19. und 20. August, direkt nach dem Urlaub, als das Dach nur 5, 15 und 28 kWh brachte und beide Autos leer waren. Die Octopus-Rechnung für den 19. Juli bis 18. August nennt 121 kWh für 46,98 Euro. Der Abrechnungszeitraum endet ausgerechnet an dem Tag, an dem der Bezug explodiert ist. Der dynamische Tarif brachte im Januar 35 Euro gegenüber einem Fixtarif, im Mai 9 Euro und im August exakt null. Bei der Bürokratie gibt es nichts Neues. Die letzte Rückmeldung der Netze Solingen kam im Juni, die Jahresabrechnung 2025 der Stadtwerke steht seit Dezember aus, und Modul 3 von § 14a ist softwareseitig noch nicht umgesetzt. Das ist meine eigene Erfahrung mit meinem Netzbetreiber, keine Rechtsauskunft.

Termin: Am 21. November bin ich beim Smart Living Forum im Alten Bahnhof in Solingen, von 10 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Es geht um Smart Home, offene Daten und was eine Stadt damit anfangen kann. Die Adresse steht in der Videobeschreibung.
Was bleibt vom August?
Ein Monat mit zwei Gesichtern: ein leeres Haus, das mit neun Kilowattstunden Netzstrom durch zwei Wochen kam, und drei dunkle Tage danach, die die ganze Statistik verhagelt haben. Und eine Frage an euch: Was zieht euer Haus, wenn ihr im Urlaub seid? Schreibt mir eure Grundlast in die Kommentare, gern mit Anlagengröße, Speicher und ob Wärmepumpe und Auto mit dranhängen.
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